ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Wie präpotent hätten Sie’s denn gern?

28. April 2008

Man geht nicht ungestraft einkaufen, das habe ich in diesen Tagen gelernt. Anscheinend sind Marketingabteilungen so versessen auf Daten, dass sie einem das nächstbeste CallCenter hinterher hetzen, wenn man nur einen Zahnstocher ersteht. Aber müssen sich die Leute an der Strippe wirklich so dumm und präpotent gebärden wie der Knabe von der Firma, die sich einen Buchstaben in einer bestimmten Farbe haben schützen lassen (oder von dem CC, das t-mobile beauftragt hat)?

Nach einigen Jahren war’s an der Zeit, nicht nur ein technisch aktuelles Mobiltelefon zu erstehen, sondern auch den Uraltvertrag durch ein angemesseneres Tarifmodell zu ersetzen. Alles kein Problem, vor allem nachdem der Verkäufer verstanden hatte, dass ich durchaus willens war, keine Billiggurke zu erwerben, sondern immerhin einen E90 (auch wenn das manchen politisch vielleicht nicht korrekt erscheinen mag).

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PR und Semantic Web

14. April 2008

Vor einiger Zeit hat mich Marion Fugléwicz-Bren zum Thema PR und Semantic Web interviewt. Noch dazu auf Englisch. Das Ergebnis ist jetzt auf der Website der Semantic Web Company publiziert worden. Ich bin selber überrascht, dass ich so viel dazu zu sagen (oder schwadronieren) hatte.

Aber gar so arg daneben kann es nicht gewesen sein. Immerhin attestiert mir Jana Herwig im Semantic Web Blog: “While Pirchner himself appeared pretty clued about the Semantic Web …”.

Na, was werd’ ich widersprechen ;-)

Nachtrag: Inzwischen ist das Interview auch auf PR Conversations erschienen und hat einiges Interesse gefunden. So setzte sich z.B. Heather Yaxley (Greenbanana) damit kritisch auseinander und Karen Miller Russell vom Teaching PR Blog hat es unter “The Week’s Best” (vom 21. April) gereiht. Sogar ins Portugiesische wurde der Beitrag übersetzt (zumindest in Teilen) und zwar auf “Comunicação Empresarial”: “Web Semântica - ‘Não é o Nosso Negócio’”. Damit habe ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet.

PR-ofessor

3. April 2008

Mitte März haben Georg Winckler, Rektor der Uni Wien, und Hans Haider, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Senats des PRVA einen Vertrag über eine Stiftungsprofessur für Public Relations unterzeichnet. Oder, kurz gesagt: Österreich erhält eine PR-Professur. Ein Lehrstuhl, der sich ausschließlich mit dem Fachbereich Public Relations befasst, ist im deutschsprachigen Raum eine Rarität.

Eine kleine Einschränkung gibt es aber: Es handelt sich um eine vorerst auf zwei Jahre anberaumte Stiftungsprofessur, die vom PRVA finanziert wird. Es besteht aber die realistische Chance - wenn der Bund (finanziell) mitspielt -, dass die Uni Wien die Professur zu einer Dauereinrichtung macht.

Derzeit läuft die europaweite Ausschreibung der Stelle, und es ist zu hoffen, dass die Wahl auf eine Person fällt, die sich in den aktuellsten Entwicklungen der PR zu orientieren weiß. Im Wintersemester 2008/09 soll es losgehen.

Prima Blogosphäre

1. April 2008

Es wäre übertrieben zu behaupten, der PRVA-Vorstand dränge in seiner Gesamtheit mit ungezügelter Entschlossenheit in die Blogosphäre, aber mit dem Neuzugang des PRIMA Blog von Agentur-Chefin Andrea Schneider und ihren MitarbeiterInnen sind es nun schon zwei (PRVA-Präsident Martin Bredl bloggt ja schon seit längerem).

In vier Themenbereichen beschäftigen sich die AutorInnen mit Leben, Lesen, Essen und Wein - also gemäß der Byline “Notizen zum Genießen” mit (fast) allem, nur nicht mit ihrer PR-Arbeit. Aber PR-Blogs gibt es inzwischen ohnehin schon weit mehr als man lesen kann (oder möchte).

Na dann, viel Spaß in und mit der Blogosphäre! Schön wär’s halt, wenn ihr auch noch eine Trackback-Funktion einbauen könntet.

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Auf zum Wein

19. März 2008

Seit 17. März ist ein Web-Projekt online, das uns in den vergangenen 3 Monaten ziemlich eindrücklich beschäftigt hat: “Auf zum Wein” basiert auf dem strategischen Ziel der ÖWM, den Ab-Hof-Verkauf heimischer Weinbaubetriebe zu fördern.

Um es vorweg zu nehmen: “Auf zum Wein” ist keine Social-Media-Plattform, sondern eher ein weintouristisches Portal, in dem der Inhalt aus mehreren Datenbanken zusammenfließt: detaillierte Informationen über österreichische Winzer (Grundvoraussetzung: Ab-Hof-Verkauf), Buschenschanken und Heurige (insbesondere die ausgezeichneten Buschenschenken und Top-Heurigen), gastronomische, touristische und kulturelle Angebote des jeweiligen Weinbaugebietes sowie eine umfangreiche Sammlung von Veranstaltungsterminen.

Die einzelnen Betriebe werden auf einer interaktiven Landkarte (via Google Maps) angezeigt, die auch eine einfache Form der Routenplanung erlaubt. Registrierte User können eine beliebige Anzahl von Winzern und Terminen in einem persönlichen Bereich speichern und damit ihre nächsten Ausflüge planen.

Großes Augenmerk haben wir darauf gelegt, die Website möglichst barrierearm zu gestalten (auch wenn wir auf eine Kennzeichnung nach WAI A/AA/AAA bewusst verzichtet haben).

Kommentare, Anregungen, Kritik sind äußerst willkommen - denn dieses war sicher nur der erste Schritt…

Auf nach Brüssel

11. März 2008

Am Donnerstag, dem 13. März, findet nicht nur der EU-Gipfel statt (der mich trotz der Themen Klimawandel und Mittelmeerunion hier weniger interessiert), sondern es beginnt auch die EuroBlog 2008. Die Veranstaltung - von EUPRERA in Kooperation mit der PR-Agentur Edelman aufgezogen - bietet die Plattform für einen Dialog von PR-Forschern und -Praktikern, der sich mit nichts Geringerem befasst als mit “Social media and the future of PR: New ideas, new research, new business”.

Das Programm liest sich zwar etwas “akademischer” als im Vorjahr (jedenfalls für meinen Geschmack), aber die lange Liste der Kapazunder, die dort diskutieren und präsentieren werden, verspricht genug Futter fürs Hirn. Und Brüssels Gastronomie besorgt den Rest :-)

Ich kann’s nicht garantieren, habe aber vor, über einige der Highlights möglichst ohne großen Zeitverlust zu bloggen. Rasch Entschlossene können sich noch zur EuroBlog anmelden; wer es nicht nach Brüssel schafft, kann die Konferenz auch live übers Internet inhalieren.

PR-Ethik, Stufe 2

11. März 2008

Am 5. März hat die Generalversammlung des PRVA zwei Beschlüsse gefasst, die für sich genommen vereinsmeierisch und daher wenig aufregend anmuten mögen, die sich aber als folgenreich heraus stellen könnten.

Die erste Entscheidung betrifft die Neudefinition des Ehrenkodex: Bisher fußte die berufsethische Selbstverpflichtung der PRVA-Mitglieder auf dem Athener Kodex (1965) und einem sieben Punkte umfassenden Ehrenkodex, der aufgrund seines Alters nicht unbedingt die Anforderungen der PR im 21. Jahrhundert widerspiegelt.

Nach Durchführung von einigen textlichen Präzisierungen wird künftig von den PRVA-Mitgliedern die Anerkennung des Athener Kodex, des Lissabonner Kodex, der Stockholm Charta und eines auf 24 Punkte erweiterten Ehrenkodex als Grundlage ihres professionellen Verhaltens eingefordert. Darunter befindet sich auch erstmals ein Passus, der explizit auf Online-PR und Social Media Bezug nimmt.

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Das kann ja heiter werden

3. Januar 2008

Zuerst Totalversagen des Servers und jetzt krankheitsbedingte Bettlägerigkeit: Das nenne ich einen gelungenen Start ins neue Jahr :-)

Es wird hier wohl noch eine Zeit lang nach Baustelle aussehen und riechen. Ich bitte um Geduld und anhaltende Gewogenheit.

Und wünsche allen ein (wirklich!) gutes Jahr.

Wer “suckt” mehr?

4. Dezember 2007

Martin Bredl nimmt sich - gentleman-like wie immer - Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche grosso modo in die Pfanne gehauen. “PR sucks”, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat lang ganz ohne Pressemitteilungen seinen Job zu machen.

Ziehen wir mal die Samthandschuhe aus: Schlechte PR “suckt” genauso wie schlechter Journalismus. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, nicht besonders auszulassen. Aber Georg missversteht (absichtlich?) die Rolle von PR - und auch ihre Leistungen - gründlich. Es ist nicht die Aufgabe von PR, den Journalisten die gesamte Arbeit abzunehmen, indem sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte kommuniziert und die Hintergrundrecherche noch obendrein mitliefert. Wozu bräuchten wir dann noch Lohnschreiberlinge? Ergiebige Kontakte und Netzwerke sowie gewitzte Recherche sind doch schließlich die Chance, sich von den KollegInnen positiv abzuheben und sich zu profilieren.
Wettbewerb nennt sich das.

Unternehmenskommunikation ist in erster Linie dem Wohlergehen des eigenen Unternehmens verpflichtet, in zweiter Linie dem Wohlergehen der Gesellschaft. Das muss niemandem gefallen, ist aber so. Was das in einem (Web 2.0)-Umfeld bedeutet, das sowohl der PR als auch den Medien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt ist, kann jede/r für sich beantworten; meiner Meinung nach sind weder die einen noch die anderen - in Summe - derzeit ausreichend für diese Herausforderung gerüstet.

In seinem Kommentar auf Martins Blog fragt Georg (allen Ernstes?):

“Warum passiert PR nicht über Blogs?”

Vielleicht deswegen, weil der Großteil der JournalistInnen (Georg natürlich ausgenommen!) es dann überhaupt nicht wahrnehmen würden? Oder weil die Medien dann in den Grundfesten erschüttert würden, wenn keiner mehr ihre Gatekeeper-Funktion braucht?

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PolitCamp(en) im Mai

27. November 2007

Heinz Wittenbrink hat die Katze aus dem Sack gelassen: Am 30. und 31. Mai 2008 findet an der FH Joanneum das PolitCamp statt, eine Unconference, auf der ausgelotet werden soll, welche Möglichkeiten Web 2.0 für die politische Kommunikation und Meinungsbildung bereit hält. Spannende Sache, also schon mal den Termin vormerken!

Details finden sich auf dem BarCamp-Wiki.