ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Monatsarchiv für Juli 2007

Unschuld verloren?

Dienstag, den 31. Juli 2007

Bis vor kurzem konnte man davon ausgehen, dass die österreichische PR-Branche mehr oder weniger gesittet ihrem Tagewerk nachgeht. Sieht man von den gelegentlich großzügigen Auslegungen des §26 Mediengesetz ab, läuft das Geschäft ohne größere widrige Vorkommnisse. Die PR-Branche ist, so gesehen, besser als ihr Ruf.

Oder war? Einem Auftraggeber (Praterverband) und einer Agentur (Pleon Publico) wird nachgesagt, ein strategisches Konzept bestellt respektive ausgearbeitet zu haben, das die Grundlage dafür bilden sollte, eine amtierende Stadträtin (Grete Laska, SPÖ) zu diskreditieren und aus ihrer Funktion herauszuschießen. Das wäre nun tatsächlich das erste Mal, dass ein dem professionellen Selbstverständnis der PR-Branche und den ethischen Richtlinien des PRVA zutiefst widersprechendes Projekt wenn schon nicht geplant und durchgeführt, so doch wenigstens öffentlich bekannt geworden ist.

(more…)

Strengt euch gefälligst selber an

Donnerstag, den 5. Juli 2007
“Ist ihm/ihr die Recherche zu schwer, verschickt er/sie ein Questionnaire.”

Das scheint das inoffizielle Motto von Diplomarbeiten, Master Theses und sonstigen akademischen Pflichtübungen zu sein. Vor allem wenn es um Themen aus dem Bereich PR + Social Media (Web 2.0 etc.) geht, wird anscheinend erst einmal ein Online-Fragebogen zusammengeschustertstellt und in die weite Welt hinaus versandt. Anfangs habe ich, wie vermutlich viele andere Altruisten auch, fleißig die nur manchmal intelligenten Fragen beantwortet. Aber seit ein bis zwei Mal pro Woche derartige “Bitten um Unterstützung” (als die sich diese proto-akademischen AAL-Versuche tarnen) in meiner Inbox aufschlagen, bin ich nicht mehr bereit, den Studierenden die Arbeit abzunehmen.

Leute, es nervt und es reicht! Auch wenn jeder Fragebogen nur 10-15 Minuten Ausfüllzeit erfordert, ergibt das - konservativ - übers Jahr gerechnet immerhin 5 Stunden, die entweder mir als Freizeit oder meinen Kunden als Leistungserbringung abgehen. Und die Kompensation ist meist mehr als dürftig. Wenn die als “Entschädigung” versprochenen Diplomarbeiten überhaupt je den Weg zu den Befragten finden, ist der Inhalt in der Regel von geringem Erkenntniswert.

(more…)