ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Monatsarchiv für Mai 2007

Nebenschauplatz

Sonntag, den 27. Mai 2007

Ich hatte, offen gestanden, schon gehofft, dass mein Interview mit Michaela Mojzis (für den PRVAnews.cast) etwas Stoff für Diskussion liefern würde. Soweit es die Bloggerszene betrifft, ist die Hoffnung erfüllt worden (was die PR-Branche anlangt … schweig stille, Herz.). Verblüfft hat mich allerdings, dass im Großen und Ganzen lediglich eine Bemerkung der ÖVP-Bundes-GF vom Radar erfasst - und zerpflückt liebevoll zerzaust - wurde, nämlich dass sie Blogger als eine neue Form von Journalisten ansieht.

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Zeit für SL-Zwischenbilanz?

Samstag, den 26. Mai 2007

Wer in den vergangenen Wochen den Duktus der Diskussion um SecondLife verfolgt hat (falls noch jemand nach all der Aufgeregtheit so viel Restinteresse aufgebracht hat), konnte registrieren, dass nach der anfänglichen Euphorie das Pendel in die andere Richtung auszuschlagen beginnt. Ernüchterung kehrt ein, und damit auch eine gewissen Nüchternheit in der Einschätzung der Möglichkeiten von SL (und anderen virtuellen 3D-Welten) als Marktplatz und Kommunikationsplattform.

Der (erste?) Rausch scheint vorbei - und er dürfte bei einigen einen heftigen Kater hinterlassen haben, der sich unter anderem darin äußert, dem Controlling erklären zu müssen, was denn nun der ROI der fünf- bis sechsstelligen Dollar/Euro-Beträge wäre. SL hat sich allem Anschein nach (noch?) nicht als geeignete Plattform für nachhaltige Businessmodelle präsentieren können - die wenigen, in ihrer Authentizität hin und wieder angezweifelten Beispielle kommerziell erfolgreicher Entrepreneurs in SL, sind genau das: Ausnahmen.

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Glotze neu

Donnerstag, den 24. Mai 2007

Beinahe hätte ich den Beitrag mit “Glotz-Tec 2.0” übertitelt, denn darum ging es - zumindest in rudimentären Ansätzen - bei tvienna 2007, dem 1. Wr. Symposium zu Fernsehen und Medienwandel. Technisch orientierten TeilnehmerInnen mag sich die aphrodisierende Wirkung von digitalem, interaktivem und mobilem Fernsehen enthüllt haben; jene, die sich - wie ich - wenigstens ein paar Nebensätze zu den kulturellen, sozialen, kommunikativen Auswirkungen der technischen Flimmerkisten-Evolution (pardon: Nicht-mehr-Flimmerkisten-Evolution) erhofft hatten, blieben zwangszölibatär.Bei aller Euphorie über Rückkanäle und Interaktion und User Generated Content, die in den Präsentationen (zum Teil in übelster PowerPoint-Manier vollzogen) durchschimmerte oder -blitzte, wurde zu bereitwillig übersehen, dass einer großen Anzahl von “Rezipienten” in Sachen Mitmach-Qualität, Interaktivität und Vernetzung mit dem Internet bereits eine technologische Plattform zur Verfügung steht, die in Sachen Zweinulligkeit dem TV der näheren Zukunft weit überlegen ist.

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Blogger zum Parteitag

Dienstag, den 15. Mai 2007

Es ist nicht unbemerkt geblieben, dass sich die ÖVP zu ihrem Parteitag im April ein halbes Dutzend heimische Blogger eingeladen hat. Ein Umstand, der aus PR-Sicht außerordentlich spannend ist. Ich habe daher Michaela Mojzis, die ÖVP-Bundesgeschäftsführerin, zu einem Interview für die PRVAnews vors Mikrofon gebeten.

Was sie über die Rolle von Social Media in der politischen Kommunikation - allgemein und aus ÖVP-Perspektive - denkt und sagt, verrät der PRVAnews.cast #11 im Detail.

European Communication Monitor 2007

Dienstag, den 8. Mai 2007

Wenn Sie gerade ein paar Minuten übrig haben und nicht wissen, was Sie damit anfangen sollen, dann bietet sich ein Gewinn bringendes Investment an: Das europäische PR-Wissenschaftsnetzwerk EUPRERA und die Uni Leipzig haben gerade die Datenerhebung zum “European Communication Monitor 2007″ gestartet. Die etwa ein Dutzend Fragen zur Praxis und Zukunft der PR und des Kommunikationsmanagements sind über das Online-Formular in weniger als 10 Minuten beantwortet. Zur Belohnung gibt es den vollständigen Bericht und für drei besonders glückliche TeilnehmerInnen je einen iPod Shuffle.

Die Umfrage endet am 23. Mai 2007.

Hach, wie professionell

Montag, den 7. Mai 2007

Wie unbeholfen darf ein Unternehmen bei der Kommunikation eines neuen Social Network sein, wenn es - wie die Lawrence Ragan, Inc. - in der PR-Branche gut etabliert ist und als Zielgruppe (in diesem Fall ist es angebracht, von Ziel- und nicht von Bezugsgruppe zu sprechen) PR-Profis auserkoren hat? Ich hätte erwartet, dass in dieser Situation besondere Sorgfalt walten würde. Weit gefehlt.

Keine zwei Tage, nachdem der erst Commentspam aus dem kollektiven Blog PR Conversations entfernt und der Spammer über die Beweggründe in Kenntnis gesetzt worden war, taucht schon der nächste Kommentar auf, dessen Spam-Absichten nur sehr dilettantisch verhüllt sind.

Auch auf der Ebene der individuellen Ansprache verhalten sich die Betreiber derartig tollpatschig, dass man sich ernsthaft fragen muss, welcher Teufel sie geritten hat, sich auf das Abenteuer Social Media einzulassen. Die Tatsache, dass ich den Antrag von Mark Ragan abgelehnt habe, seiner Friends List beizutreten (ich kenne ihn nicht und nach diesen Erfahrungen hätte ich bestenfalls ein klinisches Interesse, ihn kennenzulernen), hat ih nicht davon abgehalten, gleich noch einen Annäherungs- (oder Anbiederungs-)Versuch via E-Mail zu starten:

*Hi Markus,
Are you the Markus of Virtual Bytes? And Naked Conversations? If so, welcome to this site. We’re honored to have you here. I hope you find it useful. I would love to have your views. Thanks, Mark*

Mr. Ragan (or whoever wrote that evidence of negligence): Hell no, I’m not the Markus of Virtual Bytes and I’m not the Markus of Naked Conversations. It’s Virtual Bites (with an “i” - you’re welcome to experience the difference) and it’s “PR Conversations” (the blog you chose to comment-spam).

You’d love to have my views? Be careful what you wish. It might come true.

MyRagamuffin

Freitag, den 4. Mai 2007

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, aber ich freue mich immer grenzenlos, wenn ich “eingeladen” werde, der grandiosen Segnungen eines total neuen, total “angesagten”, total wichtigen und meine Zukunft ins ungemein Rosige verändernden “Social Networks” durch sofortige Registrierung teilhaftig zu werden.

Neuerdings, es wurde eh schon höchste Zeit, beginnen speziell für die PR-Branche geschaffene SNs ihre Klientele zu umarmen. Innerhalb einer Woche waren es gleich zwei: PR Darlings das eine, MyRagan das andere. Wer unbedingt meint, von Usbekistan aus sich mit einem PR-Kollegen aus Ohio für einen Drink in einer New Yorker Bar verabreden zu müssen, ist mit der ersten Plattform (107 Registrierte, Stand 4.5.) sicher besser dran. Wer’s lieber fachlicher hat und noch nicht bei genug Foren angemeldet ist, sollte eher zur anderen Variante (346 Registrierte - and counting) greifen. Sie können es aber genauso gut bleiben lassen.

Bezaubernd war immerhin die Art, wie sich MyRagan an die Zielgruppe geschmissen hat, z.B. mit einem inhaltlich völlig unpassenden “Kommentar” zu einem Blogpost in PR Conversations (der Kommentar, den weniger freundliche Zeitgenossen als ich ohne zu zucken als Spam brandmarken würden, wurde ziemlich rasch wieder entfernt). Da hat jemand offenbar noch nicht verstanden, wie man Blogger richtig “pitcht” - wenn überhaupt. Dass ich kurz nach der Anmeldung auch schon vom Obermuffin - der mir bis dato völlig unbekannt war - angemacht wurde, sein Freund zu werden (okay, seiner Friends-List beizutreten), hat mich natürlich sehr in meiner Einschätzung bestärkt: Endlich zuhause!

Schon beeindruckend, wie professionell einige PR-Leute an dieses Social-Media-Zeugs heran gehen. Jetzt warte ich darauf, dass mich ein paar deutschsprachige Klons (oder schreibt man das “Clowns”?) davon überzeugen, dass ihre Social Media PR Plattform die einzig gute, wahre und schöne ist. (Kleiner Hinweis: Probiert es am besten mit “added value”.) Ich werde wie immer unverzüglich meinen Registerbot anwerfen: I’m a Joiner, baby.

Social Media in der internen Kommunikation

Freitag, den 4. Mai 2007

Zur Abwechslung: Zahlen :-).
Melcrum, ein britisches Forschungs- und Ausbildungsunternehmen mit Fokus auf Interne Kommunikation, hat soeben eine Untersuchung über den globalen Einsatz von Social Media in der Kommunikation mit den MitarbeiterInnen veröffentlicht (eine Kurzfassung der Ergebnisse ist online). Basis der Studie waren die Aussagen von 2.100 Managern großer Unternehmen weltweit.

55% der Befragten gaben an, ein Weblog zu betreiben oder binnen Jahresfrist eines anzufangen. Deutlich größerer Beliebtheit (63%) erfreuen sich Online-Videos (via YouTube und andere); aber auch RSS-Feeds (51%), Podcasts (43%) und Social Networks (41%) scheinen weit verbreitet. SecondLife dagegen bleibt, wenigstens bisher, exotischer Außenseiter: Fast drei Viertel der Befragten planen nicht, die virtuelle 3D-Welt für die Unternehmenskommunikation einzusetzen.

Ziemlich eindeutig sind die Antworten auf die Frage nach den wichtigsten Vorteilen von Social Media: Für 71% ist es das verbesserte Engagement der MitarbeiterInnen, 59% führen verbesserte interne Zusammenarbeit ins Treffen und 47% nannten die Schaffung eines Zwei-Wege-Kommunikationskanals zum höheren Management.

Andererseits befürchteten aber 45%  negative Auswirkungen auf die Reputation des Unternehmens. Ganz zurecht, möchte man meinen, wenn man dann liest, dass 70% eingestehen mussten, dass es in ihrer Organisation überhaupt keine definierten Regeln für Blogs und andere Social Media Tools gibt, und nur 25% sich einigermaßen sicher waren, wie sie ein verlässliches Monitoring zu bewerkstelligen hätten.

Den gesamten Forschungsbericht könnte man, wenn man wollte, über die Melcrum-Website bestellen (um flockige 370 Euro)

Prämierter Blogger

Donnerstag, den 3. Mai 2007

Die depak (Deutsche Presseakademie) lädt zum 2. Strategieforum “Wie Sie digitale Medien zur crossmedialen Themenmaschine machen” - die Wucht der Formulierung breitet sich schon einmal in den Ganglien aus - und fährt Referenten auf. Darunter:

Sascha Lobo - Prämierter Blogger

Das macht sich neben den übrigen CEOs und Managing Directors und Profs. ungefähr so bedeutend, als stünde “prämierter Cocker Spaniel”. Das hat sich Sascha “Wir nennen es Arbeit” Lobo nicht verdient. (Wo doch sein extravaganter Haarstil allemal mit dem eines noch so ausgezeichneten Hundsviechs locker mithalten kann). Wenigstens ein “A-Blogger” oder “Alpha-Blogger” oder “Riesenmaschine” hätten die Event-Auslober schon spendieren können.

Welches Hirn denkt sich solche Epitheta aus?

Worte mit Bedacht gewählt

Mittwoch, den 2. Mai 2007

Wenn wir schon bei Zahlen sind, können wir gleich auch einen Blick auf die Statistik werfen, z.B. die Zugriffsstatistik dieses Blogs. Nein, nicht um PageImpressions und dergleichen ist mir zu tun, sondern um die Auswertung der Suchbegriffe, über die Internetuser von Suchmaschinen zu virtual bites weiter gereicht werden. Seit fast einem Jahr ist ein Wort unangefochtener Spitzenreiter, das ich in etwas verfremdeter Weise schreibe, um nicht noch mehr Waffennarren zu enttäuschen (man weiß ja nie). Das Stichwort lautet: P/um/pgu/n. Am 24. Mai 2006 habe ich dieses martialische Etikett jener leider noch immer weit verbreiteten Praxis umgehängt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Presseaussendungen auf alle loszuball/ern, die bei drei noch nicht den Finger auf der Delete-Taste haben.

Seither “verfolgt” mit das Wort in der Zugriffsstatistik. Nicht dass es mich stört, es verfälscht auch nicht die Ergebnisse in einem unerträglichen Ausmaß. Aber es zeigt, dass man mit seiner Wortwahl nicht besonnen genug sein kann.