ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Monatsarchiv für Oktober 2007

C-Level Repper?

Dienstag, den 30. Oktober 2007

Ja, ja, Repper. Nicht Ripper, nicht Rapper. Repper. Und C-Level nicht im Sinne von drittklassig, sondern ober(st)e Managementebene (CEO, CFO, CIO, CTO, CBO* usw.). Wenn dies alles noch zu kryptisch sein sollte: Eine Managerbefragung zum Thema “Meine Reputation im Netz - ein unkalkulierbares Risiko” wollte von deutschen Managern wissen, wie sie es denn mit ihrer Online-Reputation (digital reputation / eReputation) hielten.

Ergebnis kurz gefasst: Mehr als 80% des Samples (250 Personen) befassen sich (regelmäßig/gelegentlich) mit ihrer Online-Reputation und 76% ist diese (sehr) wichtig. Und fast 93% sind der Meinung, dass die Bedeutung der eReputation künftig noch zunehmen wird.

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Tee oder Wein?

Dienstag, den 30. Oktober 2007

Vor die im Titel angesprochene Wahl gestellt, würde meine Antwort ein entschiedenes “Beides!” sein. Von allen Getränken dieser Welt könnte ich nur auf drei nicht verzichten: Wasser, Tee und Wein. Es wird daher nicht verwundern, dass ich die jüngsten Aktivitäten in der heimischen Blogosphäre - Untersektionen Tee und Wein - mit erwartungsfrohem Wohlgefühl registriert habe.

Unlängst wurde das Teeblog des Hauses Demmer wiederbelebt. Nach einem hoffnungsvoll stimmenden ersten Aufguss 2004 war jedoch bald der Dampf aus dem Kessel. Jetzt sorgt ein Team für die richtige Mischung; allerdings sind die ersten Kostproben noch keine rechte Gaumenfreude für den passionierten Teeschlürfer. Der Werbespot z.B. (über den das Teeblog am 29.10. berichtet) hat mich schon im Radio nicht interessiert, da muss ich nicht auch noch im Blog damit konfrontiert werden.

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Politiker in (Kommunikations-)Not (1)

Montag, den 15. Oktober 2007

Politiker gehören zu jenen Berufsausübenden, die in besonderem Maße professioneller PR-Beratung bedürfen. Aber nicht immer erhalten (wollen).

Nehmen wir beispielweise einen ehemaligen Vizekanzler der Republik Österreich, den das widrige Schicksal eines ungünstigen Wahlausganges in die Wirtschaft verschlug und der sich zur Auffrischung der in Amtszeiten erlangten Kontakte unzureichender Mittel bediente, sowohl was das Briefpapier als auch was die Sprache betraf.

Die Details (“The world in Vorarlberg is too small …”) dürfen als einigermaßen bekannt voraus gesetzt werden. Mich interessiert hier aber mehr, ob bzw. wie PR dieses Desaster für die Reputation eines ehemaligen Spitzenpolitikers hätte verhindern können:

Ein schlechter PR-Berater hätte möglicherweise dazu geraten, die Sache als Versehen eines übereifrigen Mitarbeiters hinzustellen, der das Rohkonzept des Briefes, das zufällig auf einem herum liegenden Bogen ministrialen Briefpapiers verfasst wurde, als dessen Endfassung angesehen und verschickt habe. Wir haben in Österreich schon Haar sträubendere Geschichten gehört und gelesen.

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Spielverderber

Samstag, den 13. Oktober 2007

Was wohl gewesen wäre, hätte der Journalistik-Professor Philip Meyer (University of North Carolina at Chapel Hill) anlässlich der Medientage die Keynote gehalten und den versammelten (Print-)Jubilierern das Folgende zu kauen gegeben?

“How the information is moved - (…) - will not be nearly as important as the reputation of the creators of the content. Earning that reputation may require the creativity and the courage to try radical new techniques in the gathering, analysis, and presentation of news. It might require a radically different definition of the news provider’s responsibility to the community (…)” (aus: The Vanishing Newspaper, 2004 University of Missouri Press)

Meine Vermutung: Sie hätten sich insgeheim gefragt, wer denn den Spielverderber eingeladen hat.

Einmal im Wall Street Journal sein

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Manchmal dauert es lange, bis Träume wahr werden. Obwohl damals, als wir das Online-Projekt “Wein aus Österreich” für unseren Langzeitkunden ÖWM umgesetzt haben, hätten wir nicht einmal im Traum daran gedacht, es jemals in ein Medium wie das Wall Street Journal (WSJ) zu schaffen. Und dennoch ist es jetzt “passiert”.

In einem etwas mehr als 3-minütigen Video stellen Dorothy Gaiter und John Brecher, Weinexperten des WSJ, die österreichische Weinspezialität “Grüner Veltliner” vor, bei dessen Aussprache sich so manche anglophone Zunge verknotet. Für dieses Problem haben wir - zusammen mit der US-amerikanischen, in Tirol lebenden Weinjournalistin Julia Sevenich - schon vor gut 5 Jahren eine Hilfestellung in Form von akustischen Sprachsamples entwickelt.

Ein wohltuendes Gefühl zu hören, wie John Brecher den nach richtiger Aussprache Suchenden empfiehlt: “… in this case you go to this really terrific site called winesfromaustria.com …” Es sind zwar nur ein paar Sekunden, in denen die Website zu sehen ist, aber Hand aufs Herz: was will man mehr als die “15 seconds of fame”?

Accessibility Blog Parade 2007

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Vom 10.10. bis 11.11.2007 veranstaltet der Verein MAiN (Medienarbeit integrativ) zusammen mit Robert Lender die Accessibility Blog Parade 2007. Erwarten Sie jetzt bitte keine extravagant gekleideten Menschentrauben, die eine Kolonne von Trucks umtanzen, die die Umgebung so eindrücklich beschallen, dass es den Ruß vergangener Jahrzehnten von den Gründerzeitfassaden klopft. Das ist nicht die Love Parade.

Worum es geht bei der Accessibility Blog Parade geht, lässt der Untertitel - “Über Barrieren im Netz” - erahnen, und die Erläuterungen im MAiN-Blog schaffen endgültige Klarheit. Hier kann ich mir (und Ihnen) also meine übliche Weitschweifigkeit ersparen.

Blogger, die etwas zum Thema Barrieren im Netz und deren Überwindung zu sagen haben, sollten ohne Umschweife die Tastaturen ölen, Nichtblogger sollten die mannigfaltigen Kommentarmöglichkeiten hemmungslos nutzen.

Am interessantesten ist die Blog Parade aber für jene, die weder bloggen, noch von Barrierefreiheit eine Ahnung haben: Auf sie wartet eine geradezu  bewusstseinserweiternde Erfahrung. Ganz legal!

Geh, haptik ned so

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

(Es reicht mir offenbar doch noch nicht.) Die Medientage scheinen u.a. eine Plattform gewesen zu sein, auf der sich Medienleute als Dead-Tree-Lover outen durften, ohne gleich scheel angeschaut zu werden. Was haben Föderl-Schmid (Der Standard), Georg Wailand (Kronen Zeitung), Maximilian Mondel (horizont) und sicher noch viele Andere, Ungenannte gemeinsam? Sie sind Papier-Erotiker.

Die Haptik. Sie scheint der Medienbranche so etwas zu bedeuten wie die Transsubstantiation eines medienindustriellen Komposits zum Bedeutungsträger. Leider ist das aber bloß “pulp fiction“.

Ich stell mir gerade vor, wie die Riege am Ende der Veranstaltung aus dem Saal defiliert, das jeweilige Blattl in der Hand schwenkt und dazu singt:
“Haptik, Haptik,
das ist die neue Taktik,
der Medienindustrie.”

Die Medien hatten ihre Tage

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

Zugegeben, nicht mehr ganz taufrisch; immerhin liegen die 14. Medientage auch schon wieder einige Zeit zurück. Aber solange sich die Schwaden der Selbstbeweihräucherung noch nicht verzogen haben, “gilt” es noch.

Noch einmal zugegeben: ich war nicht dort und kann mich daher nur auf die ausuferführliche Berichterstattung im “horizont” (Nr. 40) beziehen. Aber das reicht (mir). Eine über weite Strecken mühsame, an Nährwert arme Lektüre, die den intellektuellen Hunger nicht stillt.

Im positiven Sinne bemerkenswert erinnere ich nur die Eröffnungsrede von Hans-Jörgen Manstein, der seiner Branche elegant, aber eindringlich die Leviten liest. Hätte sie zugehört und die beinahe schon ätzenden Anmerkungen zum Klimawandel im Medienbusiness - einer, der mit einem unheilvollen Tiefdruckgebiet journalistischer Qualität daher kommt - auf sich bezogen, hätten ihre VertreterInnen sofort einpacken und nach Hause gehen müssen, um ihre lange vernachlässigten Hausaufgaben zu machen.

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Free Burma!

Donnerstag, den 4. Oktober 2007

Free Burma!

Free Burma

Nachtrag:

Wow! Auch Margot Wallström beteiligt sich an der Aktion.

Spieglein, Spieglein …

Donnerstag, den 4. Oktober 2007

Peter Kafka vom Silicon Alley Insider listet in seinem Beitrag vom 1. Oktober die “Top Ten Lies PR Agencies Tell Their Clients”. Darunter finden sich klassische Klassiker wie “Your account is in the best possible hands” oder moderne Klassiker á la “We know Web 2.0″.

Die Lektüre eignet sich bestens für eine kleine Gewissenserforschung: Wenn Sie sich bei mehr als 2 Punkten eingestehen müssen, es auch nicht anders zu machen, dann sollten Sie vielleicht Ihr Verständnis von der Rolle der PR-Profession noch einmal überdenken.

Aber nicht schwindeln! ;-)

(Für den Hinweis danke ich Judy Gombita/PR Conversations)