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virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Monatsarchiv für Juni 2007

Kauf dir einen PR

Freitag, den 29. Juni 2007

Auf dem kollektiven PR-Blog PR Conversations hat Yaryna Klyuchkovska, die Vorsitzende des Ukrainischen PR Verbandes, ein Beispiel gepostet, wie eine ukrainische PR-Agentur sich und ihre Leistungen potenziellen Kunden anbiedertet:

SmartManager company offers:
1. Placing PR-materials in the elite pool of publications that usually decline to publish paid-for materials without marking them as advertising.

2. Placing stories in Ukrainian media (television, Internet, press, radio) on the most attractive terms.

3. Producing high quality PR texts effectively forming the public opinion without being identified as paid-for. We write with a deep knowledge of the specifics of the Ukrainian market and the local mentality.

4. Securing comments from Ukraine’s leading economists and political experts in the format required by the client.

5. Possibility of purchasing comments from leading Ukrainian politicians

6. Mitigating the effect of negative PR stories. Intercepting negative stories.

7. Monitoring the effectiveness of the impact the paid-for stories have on the position of the media.

N.B. We can publish a paid-for story without marking it as advertising in every single media outlet registered in Ukraine at very attractive prices.

Our partners include:

State government bodies

International organizations

Political parties of Ukraine

Steigen Ihnen auch die Grausbirnen auf? Aber bevor wir die Nase über die unethischen ukrainischen Kollegen rümpfen, sollten wir kurz darüber nachdenken, ob sich Vergleichbares nicht auch bei uns abspielt - und nur die Spuren besser verwischt werden.

Auf jeden Fall sollten wir aber derartige Methoden (nach aktuellem Informationsstand dürfte es sich dabei nicht um einen “Scherz” oder eine gefälschte Meldung handeln), gnadenlos anprangern, wo wir auf sie treffen.

Absolviert: LiNK_pr2

Donnerstag, den 28. Juni 2007

Am vergangenen Freitag fand die Abschlussveranstaltung des LiNK_pr2 Lehrganges für barrierefreie Kommunikation (veranstaltet vom Verein MAIN) statt. Ein halbes Jahr lang haben sich 9 Personen (darunter auch meine Partnerin Rosa Breiteneder und ich) jeweils ein Wochenende (Donnerstag bis Samstag) pro Monat von ExpertInnen in Sachen Barrierefreiheit in der Kommunikation aufmunitionieren lassen.

Aus meiner Sicht war es eine der fachlich wie menschlich bereicherndsten Fortbildungsveranstaltungen seit langem, die mein vorher emotional begründetes Interesse für das Thema um eine profunde Wissenskomponente erweitert hat.

Schade, dass sich trotz der intensiven Ankündigung des Lehrganges niemand aus den Reihen der heimischen PR-Szene für eine Teilnahme an diesem Programm erwärmen konnte. So bleibt das Verständnis (und die Expertise) für inklusive Kommunikation - also eine, die Menschen mit Behinderungen nicht diskriminiert - weiter einem kleinen Kreis vorbehalten.

Dass sich der Lehrgang für viele ganz sicher ausgezahlt hätte, zeigt u.a. dieser Relaunch.

Mein ganz persönliches Highlight ereignete sich bei der Abschlussveranstaltung: Gebärdendolmetsch Christian Bruna “übersetzte” zwei Lieder des blinden Vorarlberger Sängers und Pianisten George Nussbaumer in Gebärdensprache, wobei er nicht nur die den Text gebärdete, sondern auch den emotionalen Ausdruck, den Rhythmus und die Klangfarbe erfahrbar machte. Man (ich) kann es nicht beschreiben, man muss es gesehen haben.

OMV und die Barrierefreiheit

Donnerstag, den 28. Juni 2007

Dass die OMV ihren Webauftritt erneuert hat, bedürfte an dieser Stelle keiner Erwähnung. Auch wenn es sich um eines der wichtigsten heimischen Unternehmen handelt, ist ein Relaunch keine aufregende Sache. Dass ich dennoch Bezug darauf nehme, liegt daran, dass sich die OMV in einem Punkt ziemlich weit aus dem Fenster hängt:

Alle OMV Web-Angebote wurden barrierefrei nach WAI A-Standard umgesetzt und können daher auch von sehbehinderten Menschen problemlos genutzt werden.

heißt es in der Presseaussendung. Das ist, mit Verlaub, eine ziemlich vermessene Behauptung. Schon die Tatsache, dass ich einen Tinyurl setzen musste, weil der vom Content Management System erzeugte Original-URL 562 (!) Zeichen lang ist, zeugt davon, dass es mit der Barrierefreiheit nicht gar so weit her ist.

WAI A reicht - wenigstens nach gängiger Auffassung in ExpertInnenkreisen - nicht aus, um eine “problemlose Nutzung” für Menschen mit Behinderungen (es geht in der Barrierefreiheit ja keineswegs nur um Sehbehinderte!) zu gewährleisten. Leider kommt hinzu, dass die OMV-Site nicht einmal WAI A einhält, was sich schon anhand eines oberflächlichen Tests zeigt. So sind z.B. einige Formulare nicht per Tastatur bedienbar. Fehlende Sprungmarken und fehlende Sprachauszeichnung machen die Site für Menschen mit Behinderungen auch nicht gerade leichter benutzbar.

Nun stellt die neue OMV-Site im Vergleich zur alten einen deutlichen Schritt in Richtung bessere Benutzbarkeit dar, von Barrierearmut ist sie aber immer noch ein gutes Stück entfernt (von Barrierefreiheit kann sowieso nicht die Rede sein).

Vielleicht hätte bei all den Investitionen doch ein kleiner Betrag für professionelle Usability- und Accessibility-Beratung - oder für einen Lehrgang wie diesen - abgezweigt werden sollen.

Nachtrag: Wie war das noch gleich mit der Impressum-Pflicht? Oder ist das auf der neuen Site bloß zu gut versteckt? Ich habe es jedenfalls nicht gefunden, auch nicht auf der Sitemap.

Aktuelle Entwicklungen in den Online PR in Österreich

Freitag, den 15. Juni 2007

… hat sich Johanna Holzmann als Thema für ihre Diplomarbeit an der Uni Salzburg auserkoren und bittet nun die heimischen PR-PraktikerInnen um Unterstützung. Ihr konkretes Anliegen ist, dass möglichst viele den Online-Fragebogen ausfüllen. 10 Minuten sollte uns das Thema allemal Wert sein, oder? Ohne Frau Holzmann persönlich zu kennen, helfe ich gerne durch den Hinweis.

Public Relations go SM

Dienstag, den 12. Juni 2007

Ich muss Sie enttäuschen, wenn Sie die Headline g’schmackige Enthüllungen über den Einsatz von Latex, Leder, Peitschen, Handschellen und ähnlichem Instrumentarium in der PR-Branche hat erwarten lassen. “SM” steht hier für - Social Media.

Seit ein paar Wochen buhlen nämlich gleich zwei für PR-Leute konzipierte social networks um Gefolgschaft: MyRagan (seit Anfang Mai) und The Communicators’ Network (seit Ende Mai). In der relativ kurzen Zeit seither haben beide Plattformen eine recht ansehnliche community um sich scharen können (ca. 5.500 bei MyRagan, rund 1.200 bei TCN), die sich auch recht intensiv - in 110 Gruppen und 19 Foren (MyRagan) bzw. 33 Gruppen und 9 Foren (TCN) austauscht.

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PR-Talk: Bad News

Mittwoch, den 6. Juni 2007

Nein, nicht die Veranstaltung PR-Talk (am 12.6., 18:00Uhr, in der Ovalhalle des MuseumsQuartiers in Wien) ist bad news, das ist bloß der Titel des Events, den der PRVA heuer anstelle des traditionellen PR-Tages veranstaltet.

Genau genommen, lautet das Thema: “Bad News are Bad News - Der (Ver)Ruf einer Branche. PR und Lobbying im Kreuzverhör medialer Kritik”. Klingt etwas martialisch; ob es dem Anlass angemessen ist, wird sich heraus stellen.

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Denkfehler

Montag, den 4. Juni 2007

Unter dem etwas dünkelhaften Titel “Leseschwäche jenseits von Pisa” bedauert Milan Frühbauer im Editorial des “HORIZONT” (Nr. 22 vom 1.6.2007, Seite 4), dass “die Reichweiten der Tageszeitungen (…) vor allem bei den jungen Menschen (…) im Sinkflug” seien. Frühbauer setzt die Tatsache, dass Printmedien immer weniger die bevorzugten Informationsquellen darstellen (nicht nur der 14-20-Jährigen), mit einem geringeren Grad der Informiertheit gleich.

Das, lieber Kollege Frühbauer, ist ein grober Denkfehler. Der Niedergang der Printmedien, der in anderen Ländern noch weitaus krasser ausfällt als in Österreich, findet seine Ursachen nicht in mangelndem Interesse, sich über tagesaktuelle Geschehnisse und deren Hintergründe in Kenntnis zu setzen, sondern einerseits in der schwindenden Qualität der printmedialen Berichterstattung, in den strukturellen Begrenzungen herkömmlicher Medien (z.B. time-to-market), in der wachsenden Konkurrenz durch Alternativen im Internet (sowohl in Form von Online-Ablegern der etablierten Medienhäuser als auch in Form von Citizen-Media-Projekten) und in den sich verändernden Informationsbedürfnissen und Rezeptionsweisen.

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Sustainability Meter

Freitag, den 1. Juni 2007

ENEL, Italiens größtes Energieunternehmen und einer der Key Player in Europa, setzt im Rahmen seiner CSR-Aktivitäten (oder genauer Stakeholder Relationship Governance) mit dem Sustainability Meter ein Instrument ein, mit dem sich analysieren und darstellen lässt, wie weit das Selbstbild von ENEL von der Einschätzung durch den Benutzer entfernt ist.

Über ein Online-Questionnaire wird in 24 Fragen erhoben, wie sich ENEL hinsichtlich gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Positionierung aus der Sicht des jeweiligen Users präsentiert. Am Ende der (völlig anonymen) Online-Befragung lässt sich anhand eines Charts die Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild visualisieren. Aber nicht nur das: Die User erhalten zudem die Möglichkeit, ENEL mitzuteilen in welchen Bereichen sie Verbesserungspotenzial ausmachen und welche Maßnahmen zu ergreifen wären.

Für alle, die CSR ernst nehmen, ein Pflichtbesuch (und bestens investierte 10-15 Minuten).

via: PRConversations