Etikettenschwindel
Wie macht man eine Website ohne Aufwand barrierefrei? Bevor Sie sich das Hirn zermartern, liefere ich lieber gleich die Antwort: Man pappt einfach das offiziöse WAI-Icon des W3C (World Wide Web Consortium), am besten gleich WAI-AA oder gar Triple-A ans Ende der Startseite.
Nach dem schönen Motto: “Never attribute to malice what can be adequately explained by stupidity” unterstelle ich nicht, dass derartige Praktiken aus böser Absicht passieren; vielmehr vermute ich dahinter einfach mangelndes Fachwissen.
Im Glauben an das Gute im Menschen gehe ich also auch bei der Website des WAFF davon aus, dass hier nicht die Bezugsgruppen, der Kunde oder sonstwer hinters Licht geführt werden sollten, sondern unzulängliches Know how oder der Glaube an die Unbestechlichkeit technischer Hilfsmittel für den beherzten Griff nach der AA-Plakette verantwortlich sind.
Etikettenschwindel ist es dennoch: Diejenigen, die auf die barrierearme Gestaltung des Online-Informationsangebotes am meisten angewiesen sind – Menschen mit Behinderungen – sind die Angeschmierten. Die WAFF-Site ist – leider! – nur eine von vielen, was für mich die Frage auswirft, was ein WAI-Banner wert sein soll, wenn es keinerlei Kontrolle unterliegt.
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