Wasch’ mir den Pelz …
… aber mach’ mich nicht nass. Das ist zwar vermutlich nicht die Absicht des Meta Weblogs, der Eindruck drängt sich mir aber förmlich auf. Die Philosophendebatte, ob ein Weblog ohne Kommentarfunktion, ohne Trackback und ohne RSS-Feed überhaupt ein Weblog ist, möchte ich nicht aufwärmen (meine Meinung: nein). Mir genügt schon, dass sich ein international tätiges Medienbeobachtungsunternehmen wie Meta Communication International so mir nix dir nix der Chance beraubt, Fragen des Monitoring der Blogosphäre mit dieser offen zu diskutieren.
Ohne Rückkanal bleiben die Blogger lediglich Objekte, deren Tun und Treiben das Unternehmen beobachtet und analysiert (auch wenn das auf der Website nicht explizit als Leistung im Portfolio geführt wird – eine lokale Suche nach “blog monitoring” bleibt ergebnislos). Das ist klarerweise die legitime Entscheidung des Unternehmens; ich halte es allerdings für eine verjuxte Gelegenheit, die eigene Expertise in Sachen Monitoring ins beste Licht zu rücken – und eventuell aus den Reaktionen und Meinungen etwas zu lernen.
So ist das Meta-Blog halt wieder einmal nicht mehr als eine hübsche “Flüstertüte“, zudem eine, die nur selten (ca. 1 Mal monatlich) ertönt. “We talk, you listen” – ein ziemlich altbackenes Konzept von Kommunikation, das einem Leistungsanbieter schlecht zu Gesicht steht, der sich in der weiten Welt der modernen Medien positioniert. Auch der thematische Schwerpunkt scheint mir wenig plausibel: Die meisten (der spärlichen) Beiträge beschäftigen sich mit dem Bloggen, ohne besonders originelle Aspekte hinzuzufügen. Da finden sich die altbekannten Geschichten über Politiker-Blogs (Howard Dean), Fake-Blogs (Wal-Mart rauf und runter) und sonstige Krisen (Kryptonite, Jamba, eh klar). Über die Bereiche, in denen Meta Communcation mit eigenem Know how besonders überzeugen könnte und daher authentisch und glaubwürdig wäre – nämlich die Medienbeobachtung und -analyse – findet sich kein Wort.
Schade. Hoffentlich geben sie sich einen Ruck, gehen thematisch ans “Eingemachte” und öffnen das Türl für Feedback. Dann könnte das Meta-Blog sehr sehr spannend werden.
Tags: corporate-blogging, medienbeobachtung, meta-communication

Am 21. Februar 2007 um 15:02 Uhr
Diesen Satz im Jänner 2007 zu schreiben ist auch a bissl spät: “Weblogs sind „en vogue“, wie man so schön sagt. ” Gesehen hier: http://www.metacommunication.com/Meta-Blog.68.0.html
Am 21. Februar 2007 um 15:45 Uhr
Noch dazu ist “en vogue” gar nicht ‘schön gesagt’
Am 21. Februar 2007 um 15:55 Uhr
auch wahr!
Am 13. März 2007 um 10:57 Uhr
[...] Es ist also nicht etwa eine raffinierte Strategie, Weblogs kontinuierlich auf ihre Relevanz zu beobachten und das Monitoring permanent anzupassen, sondern die einzig mögliche Methode, überhaupt zu brauchbaren Beobachtungsergebnissen und handlungsrelevanten Bewertungen zu gelangen. Und wenn der genannte und teilweise zitierte Kommentar das Web-2.0-Verständnis der Meta Communications International getreu widerspiegelt, dann … naja. [...]