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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Pimp My Press Release

Auf dem BarCamp Traunsee (22.-23.8.2008) hat sich Olaf Nitz (martrix) in einer Präsentation der Frage genähert, ob bzw. was Social Media News Release (auch Social Media Press Release oder nur Social Media Release genannt) bringen kann und wie er – möglicherweise – das Verhältnis von PR zu Medien und/oder Blogosphäre beeinflussen könnte.

Die kurze, nichtsdestotrotz aufschlussreiche Vorstellung des Konzepts und der verschiedenen derzeit eingesetzten technischen Lösungen (PitchEngine, PRX Builder, StoryCrafter u.a.), mit denen die durch verschiedene (Social Media)-Formate angereicherten Presseaussendungen generiert werden können, hat offensichtlich nicht den Verständnisnerv der BarCamper getroffen. Die abschätzige Einstufung als “quantitatives Rechtfertigungstool für PR-Agenturen”, die damit nur den Auftraggebern zeigen wollten, wie emsig sie gearbeitet hätten (und dabei Journalisten und Bloggern auf den Geist gegangen sind) geht aber – abgesehen davon, dass sie jeglicher Grundlage entbehrt – am eigentlichen Problem vorbei.

Der Begriff Social Media Press Release ist eine Mogelpackung, weil zwar Social Media Tools wie Flickr, YouTube, RSS-Feeds, Blogs, twitter usw. eingesetzt werden, aber nicht um auf kollaborative und interaktive Weise einen sozialen und/oder kommunikativen Mehrwert zu schöpfen. Ziel scheint eher – jedenfalls der beobachtbaren marginalen SMPR-Praxis nach zu schließen –, die Botschaft auf möglichst vielen Kanälen zu platzieren. Das ist per se nicht negativ (sofern die vermittelten Inhalte sinnvoll und nützlich sind), aber es ist halt konventionelle Pressearbeit; nur die Mittel sind neu.

Die Erweiterung herkömmlicher, mit den üblichen Textprogrammen erstellter Presseaussendungen um weitere Formate (und deren Deponierung auf Social Media Plattformen) ist nicht nur begrüßenswert, sondern auch ein logischer und notwendiger Entwicklungsschritt: Wer meint, als Unternehmen, Organisation oder PR-Agentur mit reinen Textaussendungen z.B. bei Online-Medien (oder PR akzeptierenden Bloggern) punkten zu können, sollte seine Einschätzung der Kommunikationslandschaft einer gründlichen Revision unterziehen. Vernünftig, d.h. zur Erleichterung journalistischer Arbeit, eingesetzt, können SMPR zu einer grundlegenden Verbesserung der Beziehungen zwischen PR und JournalistInnen beitragen (auch wenn manche Journalisten eine geradezu pathologische Antipathie gegen alles an den Tag legen, das auch nur entfernt nach PR aussieht).

Wir sollten uns angewöhnen, die Dinge danach zu bezeichnen, was sie sind: Und in diesem Fall sind es eben erweiterte/aufgebohrte/angereicherte etc. Presseaussendungen, pimped up press releases, aber keine Social Media Press Releases.

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