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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv der Kategorie ‘Literatur‘

PR Conversations im medianet

Dienstag, den 13. November 2007

Werner Schuster hat aus zwei Gesprächen, die wir heuer miteinander geführt haben, einen ausführlichen Artikel gedrechselt, der in der Ausgabe vom 13.11. des medianet (Online- und Print-Ausgabe) erschienen ist. Unter dem Titel “Vom PR-Kirtag zur Wahlkampf-PR” geht es vor allem um das kollektive internationale PR-Blog PR Conversations und um die Frage, welche Fragen Social Media für die Public Relations aufwerfen. Allfällige Dummheiten und Absurditäten sind auf meine Antworten, nicht auf seine Fragen zurückzuführen.

Werner Schuster betreibt übrigens ein bemerkenswertes Literatur(kritik)-Blog mit dem trefflichen Namen Eselsohren.

Spielverderber

Samstag, den 13. Oktober 2007

Was wohl gewesen wäre, hätte der Journalistik-Professor Philip Meyer (University of North Carolina at Chapel Hill) anlässlich der Medientage die Keynote gehalten und den versammelten (Print-)Jubilierern das Folgende zu kauen gegeben?

“How the information is moved - (…) - will not be nearly as important as the reputation of the creators of the content. Earning that reputation may require the creativity and the courage to try radical new techniques in the gathering, analysis, and presentation of news. It might require a radically different definition of the news provider’s responsibility to the community (…)” (aus: The Vanishing Newspaper, 2004 University of Missouri Press)

Meine Vermutung: Sie hätten sich insgeheim gefragt, wer denn den Spielverderber eingeladen hat.

Schön gesagt

Sonntag, den 15. April 2007

Ich habe gerade begonnen, “Online Relations. Leitfaden für moderne PR im Netz” von Dominik Ruisinger zu lesen, und wenn der (große) Rest hält, was die ersten 30 Seiten versprechen, dann gibt’s - ausnahmsweise ;-) - ein Leseempfehlung.

Auf Seite 10 gleich eine Preziose: “… in einer riesigen, in sich vernetzten Wissens- und Erfahrungs-Community, Blogosphäre genannt.” Wie wohltuend sich das von gewissen Klowand-Sprüchen abhebt.

(K)eine Strandlektüre

Mittwoch, den 11. April 2007

Ob es eine gute Idee ist, mitten im Urlaub, am Strand liegend, ein zu rezensierendes Fachbuch zu lesen, sei dahingestellt. Entweder macht das entspannte Faulenzen zu nachsichtig gegenüber etwaigen Unzulänglichkeiten oder das Verdikt fällt harscher aus, weil man sich um kostbare Zeit betrogen fühlt.

Im Falle von Klaus Ecks “Corporate Blogs. Unternehmen im Online-Dialog zum Kunden” (2007, orell füssli) trifft weder das eine noch das andere zu. Erstens hatte ich die Buchbesprechung zugesagt (zu finden in den PRVAnews) und zweitens sind die knapp 190 Seiten ohnehin in einem Nachmittag durchgeackert (siehe nachfolgendes Foto):

Lektüre-Nachweis

(more…)

Weblogs als Literaturform

Samstag, den 3. Februar 2007

Barcamp Kärnten. - Franz Supersberger, Kaufmann und Autor aus Arnoldstein, liest aus seinen Blogeinträgen, die als literarische Miniaturen gedacht sind. Seit nunmehr vier Jahren füllt er die Schlaglöcher des Lebens mit kurzen, sehr persönlichen Geschichten. Die medium-bedingten Einschränkungen (wie z.B. attention span) berücksichtigt er, indem er die Geschichten auf einige wenige Zeilen eindickt.

Weblogs als Literatur, ein interessantes Format, aus der Zeit geboren, sozusagen. Wie ein adäquates Businessmodell dazu aussehen könnte, entzieht sich meiner Vorstellung. Aber ich bin ja auch kein Schriftsteller.

Zunehmend irrational

Mittwoch, den 20. Dezember 2006

Eine kurze Wettervorhersage des globalen intellektuellen Klimas könnte lauten: Zunehmend irrational; mit verbreiteten fundamentalistischen Niederschlägen ist zu rechnen.

Nicht schlecht gestaunt habe ich gestern (19.12.) bei Johannes B. Kerner im ZDF, als er nicht nur ein paar esoterischen Tussis - von Nina Hagen (deren Musik und Bühnenshow ich mag) bis zu Gabriele Hoffmann, der einzigen amtlichen (!) Wahrsagerin Deutschlands - breiten Raum für ihr Gesülze einräumte, sondern auch noch den bemerkenswerten Satz fallen ließ: “Sie haben sich in den vergangenen Jahren mit der Wissenschaft der Astrologie (sic!) beschäftigt …”. Doch, doch, jbk hat Astrologie gesagt und gemeint. Leider hat er nicht erwähnt, seit wann die Sterndeuterei - also übelster Aberglaube - als Wissenschaft anerkannt wäre.

Der NDR schreibt über Frau Hoffmann (die aussieht, als wäre sie die Schwester der Schauspielerin Andrea Sawatzki - ohne dass ich damit etwas insinuieren wollte), dass ihren Prophezeiungen Wirtschaftsbosse, Politiker und Showstars Glauben schenkten. Okay, bei den Showstars soll’s sein; aber Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft? Also nicht mehr Sachverstand, politisches Gespür, gesellschaftliche Verantwortung sind für Weichenstellungen ausschlaggebend, sondern … die Konstellation von Planeten? Und zwar nicht von allen Abertrilliarden von Planeten, sondern nur von einer Handvoll?

Bin schon gespannt, wann die ersten PR-Agenturen eigene astrologische Competence Center einrichten. (He, das war ein Scherz.)

Auf der anderen Seite rangiert Richard Dawkins‘ neuestes Buch, das absolut lesenswerte “The God Delusion” (derzeit leider nur auf Englisch verfügbar), in der Bestsellerliste der NY Times auf Platz 5. Noch ist die Menschheit anscheinend nicht verloren.

Das beste PR-Buch …

Mittwoch, den 29. November 2006

… muss erst noch geschrieben werden. Bis dahin können Interessierte aber schon mal ihre Favoriten vorschlagen. In einem gerade gestarteten Projekt können aber nicht nur Vorschläge eingereicht werden, sondern auch die von anderen eingetragenen Titel bewertet werden - also in schönster Digg-Manier. Wie es genau geht, steht auf dem Weblog von Constantin Basturea. Derzeit findet sich auf der Projektwebsite überwiegend (ausschließlich?) USA-amerikanische PR-Literatur, aber das können wir ja ändern, oder? ;-)

Den Projektinitiatoren ist klar, dass es das beste PR-Buch natürlich nicht gibt, es ist also kein Ranking im üblichen Sinn. Oder wie C. Basturea es ausdrückt:

“… we can see what are the most popular/recommended PR books by the people who care enough to submit their favorites and to vote on other’s people favorites. Worth a try, IMO.”

Das denke ich doch auch.

Haltung oder Tool?

Mittwoch, den 15. November 2006

Kaum arbeitet man sich in die ersten Seiten des ersten Beitrages der ersten Ausgabe des “Journal of New Communications Research”, streift die Denkerstirn schon heftig an bedenkenswerten Aussagen wie dieser:

“In the final analysis, blogging is more than posts, links, comments and feeds. Instead, blogging represents an attitude for interacting with employees, customers and communities. Perhaps it is not so much about having a blog as it is about thinking like a blogger.”

Spricht mir aus der Seele. Und zieht man das Fazit des Artikels von Nora Ganim Barnes, PhD, und Eric Mattson, sieht man, dass die grundlegenden Erfolgsfaktoren des Bloggens (Transparenz, Authentizität, Menschlichkeit, gleichberechtigter Dialog) der seit Jahren in der PR-Theorie als Ideal dargestellten two-way symmetric Kommunikation verdammt ähnlich sehen.
Weiter im (Lese)text …

Handbuch der Public Relations

Mittwoch, den 3. Mai 2006

Ich äußere mich üblicherweise nicht zu Büchern, die ich nicht gelesen habe; daher stellt auch die folgende Anmerkung keine Wertung des “Handbuches der Public Relations” dar. Einigermaßen verblüfft war ich aber schon, dass in diesem mehr als 600 Seiten starken Kompendium über “wissenschaftliche Grundlagen und berufliches Handeln” über Online-PR nicht mehr zu lesen war als:

“Online-PR: Planung und Gestaltung des Internet-Auftritts bzw. von zielgruppenspezifischen Websites”

Auch im lexikalischen Anhang kein Eintrag zu einem auch nur annähernd internet-bezüglichen Begriff. Dass niemand aus dem Bulk der (zahlreichen) AutorInnen diesen Bereich als ausreichend relevant erachtet hat - und das im (Erscheinungs-)Jahr 2005 - erscheint mir doch als … ungewöhnlich.

Mir ist klar, dass die Theoriebildung der Praxis immer hinter hinkt, aber dass es gleich so viele Jahre sein müssen …

Eine sehr positive Besprechung des Buches ist in den PRVAnews zu lesen. Dass Online-PR so komplett ausgeklammert bleibt, scheint den Rezensenten (Dkfm. Franz Bogner) nicht gestört zu haben.