ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv der Kategorie ‘Public Relations‘

Zwei hoffentlich insignifikante Signale

Donnerstag, den 5. Juni 2008

1.
Ich bekomme öfter Anfragen von Studierenden, die mich (und andere) für ihre Masterthesen/Diplomarbeiten etc. interviewen wollen. Manchmal, wenn die Anfrage verlockend genug ist, kann ich sogar die Zeit dafür erübrigen. Und selten, ganz selten erhalte ich dann ein Exemplar der fertigen Arbeit, so wie vor kurzem. Da finde ich einen PR-Kollegen zitiert: “Weblogs funktionieren (…) am besten, wenn sie (…) sehr persönlich sind, (…) weil es Voyeurismus befriedigt. Das Spannende an einem Weblog ist eigentlich Voyeurismus.”

Wie bitte? (Über den sorglosen Umgang mit Begriffen mag ich mich gar nicht erst aufregen.)

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Si tacuisses

Freitag, den 30. Mai 2008

Manchmal ist es besser, man sagt nichts. Und manchmal steht einem der Mund vor ungläubigem Staunen derart offen, dass an verbale Äußerung erst gar nicht zu denken ist. Gerade ist mir derartiges widerfahren, nämlich beim 26. PR-Tag, den der PRVA am 29. Mai veranstaltet hat.

Ich bin ja schon über viele abstruse Ideen gestolpert, aber Österreich aktuell auf dem Weg in den Kommunismus zu sehen, in die universitäre Forschung und Lehre eingebundene Philosophen als willfährige, hörige Kolporteure der fiesen Absichten des Staates zu apostrophieren, Nettotransferleistungsbezieher - u.a. die PensionistInnen - mehr oder weniger als Sozialschmarotzer darzustellen und die staatlichen Sozialleistungen als durch Gewaltandrohung aufgezwungene Verträge für Vollidioten zu desavouieren, dazu braucht es schon einen “freien Philosophen”. Da er seine Appanage nicht vom Staat, sondern von privatwirtschaftlichen Unternehmen bezieht, die ihn buchen, sagt er natürlich die Wahrheit. Und die Erde ist eine Scheibe.

Wenn Sie nicht dort waren, erraten Sie nie, was das Thema hätte sein sollen. - Wirtschaftsethik. Aber die, so der “freie Philosoph”, sei sowieso nur ein Kennzeichen von Diktaturen.

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So geht’s!

Donnerstag, den 29. Mai 2008

Zugegeben, ich teile gerne aus. Aber nicht nur im kritisch-negativen Sinn, sondern auch Lob, dort wo es angebracht ist. Und wenn eine PR-Agentur die Zeichen der Zeit erkannt hat, dann ist mir das immer eine gebührende Hervorhebung wert.

In diesem Fall gilt mein Applaus der paneuropäischen PR-Agentur Trimedia, die zunehmend den veränderten Kommunikationsbedingungen des social web Rechnung trägt und dies auch in einem kollektiven Blog von MitarbeiterInnen der diversen Standorte und ExpertInnen dokumentiert.

Davon profitiert natürlich auch die österreichische Trimedia-Niederlassung, die sich in der heimischen PR-Agenturszene damit im Vorderfeld befindet und - hoffentlich - Vorbildwirkung haben wird. Den TrimedianerInnen wünsche ich mehr Kommentare, v.a. von dritter Seite, in ihrem Blog.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber auch loswerden: Die RSS-Feeds habe ich erst suchen müssen, und warum es ein Blog und ein Trendblog - beide mit identem Inhalt (jedenfalls auf den ersten Blick) - gibt, kann ich mir auch nicht erklären. Ich halte das für nicht sehr intuitiv. Aber das ist eine Marginalie.

An alle anderen: Beispiel nehmen, nachmachen.

Drei Tage eingenetzt

Dienstag, den 27. Mai 2008

Kein Wort zur Kicker-EM. Nicht von mir. Einer Veranstaltung, die Menschen dazu verleitet, ihre Fahrzeuge freiwillig zu beflaggen, gehört meine tiefste Skepsis. Ich tummle mich lieber auf anderen Events, die - obwohl thematisch weit politischer - zu keinerlei Fahnenschwingerei animieren.

Gelegenheit zum Netzwerken gibt es Ende Mai gleich zwei Mal: in Wien beim 26. Österreichischen PR-Tag des PRVA (29.5.) und beim PolitCamp in Graz (30.-31.5.). So unterschiedlich die beiden Veranstaltungen auch sein mögen - die eine ganz, auch thematisch, durchorganisierte Konferenz, die andere überwiegend von den Teilnehmenden frei gestaltete Un-Konferenz -, inhaltliche Berührungspunkte gibt es doch:

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PR und Semantic Web

Montag, den 14. April 2008

Vor einiger Zeit hat mich Marion Fugléwicz-Bren zum Thema PR und Semantic Web interviewt. Noch dazu auf Englisch. Das Ergebnis ist jetzt auf der Website der Semantic Web Company publiziert worden. Ich bin selber überrascht, dass ich so viel dazu zu sagen (oder schwadronieren) hatte.

Aber gar so arg daneben kann es nicht gewesen sein. Immerhin attestiert mir Jana Herwig im Semantic Web Blog: “While Pirchner himself appeared pretty clued about the Semantic Web …”.

Na, was werd’ ich widersprechen ;-)

Nachtrag: Inzwischen ist das Interview auch auf PR Conversations erschienen und hat einiges Interesse gefunden. So setzte sich z.B. Heather Yaxley (Greenbanana) damit kritisch auseinander und Karen Miller Russell vom Teaching PR Blog hat es unter “The Week’s Best” (vom 21. April) gereiht. Sogar ins Portugiesische wurde der Beitrag übersetzt (zumindest in Teilen) und zwar auf “Comunicação Empresarial”: “Web Semântica - ‘Não é o Nosso Negócio’”. Damit habe ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet.

PR-ofessor

Donnerstag, den 3. April 2008

Mitte März haben Georg Winckler, Rektor der Uni Wien, und Hans Haider, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Senats des PRVA einen Vertrag über eine Stiftungsprofessur für Public Relations unterzeichnet. Oder, kurz gesagt: Österreich erhält eine PR-Professur. Ein Lehrstuhl, der sich ausschließlich mit dem Fachbereich Public Relations befasst, ist im deutschsprachigen Raum eine Rarität.

Eine kleine Einschränkung gibt es aber: Es handelt sich um eine vorerst auf zwei Jahre anberaumte Stiftungsprofessur, die vom PRVA finanziert wird. Es besteht aber die realistische Chance - wenn der Bund (finanziell) mitspielt -, dass die Uni Wien die Professur zu einer Dauereinrichtung macht.

Derzeit läuft die europaweite Ausschreibung der Stelle, und es ist zu hoffen, dass die Wahl auf eine Person fällt, die sich in den aktuellsten Entwicklungen der PR zu orientieren weiß. Im Wintersemester 2008/09 soll es losgehen.

Prima Blogosphäre

Dienstag, den 1. April 2008

Es wäre übertrieben zu behaupten, der PRVA-Vorstand dränge in seiner Gesamtheit mit ungezügelter Entschlossenheit in die Blogosphäre, aber mit dem Neuzugang des PRIMA Blog von Agentur-Chefin Andrea Schneider und ihren MitarbeiterInnen sind es nun schon zwei (PRVA-Präsident Martin Bredl bloggt ja schon seit längerem).

In vier Themenbereichen beschäftigen sich die AutorInnen mit Leben, Lesen, Essen und Wein - also gemäß der Byline “Notizen zum Genießen” mit (fast) allem, nur nicht mit ihrer PR-Arbeit. Aber PR-Blogs gibt es inzwischen ohnehin schon weit mehr als man lesen kann (oder möchte).

Na dann, viel Spaß in und mit der Blogosphäre! Schön wär’s halt, wenn ihr auch noch eine Trackback-Funktion einbauen könntet.

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Auf nach Brüssel

Dienstag, den 11. März 2008

Am Donnerstag, dem 13. März, findet nicht nur der EU-Gipfel statt (der mich trotz der Themen Klimawandel und Mittelmeerunion hier weniger interessiert), sondern es beginnt auch die EuroBlog 2008. Die Veranstaltung - von EUPRERA in Kooperation mit der PR-Agentur Edelman aufgezogen - bietet die Plattform für einen Dialog von PR-Forschern und -Praktikern, der sich mit nichts Geringerem befasst als mit “Social media and the future of PR: New ideas, new research, new business”.

Das Programm liest sich zwar etwas “akademischer” als im Vorjahr (jedenfalls für meinen Geschmack), aber die lange Liste der Kapazunder, die dort diskutieren und präsentieren werden, verspricht genug Futter fürs Hirn. Und Brüssels Gastronomie besorgt den Rest :-)

Ich kann’s nicht garantieren, habe aber vor, über einige der Highlights möglichst ohne großen Zeitverlust zu bloggen. Rasch Entschlossene können sich noch zur EuroBlog anmelden; wer es nicht nach Brüssel schafft, kann die Konferenz auch live übers Internet inhalieren.

PR-Ethik, Stufe 2

Dienstag, den 11. März 2008

Am 5. März hat die Generalversammlung des PRVA zwei Beschlüsse gefasst, die für sich genommen vereinsmeierisch und daher wenig aufregend anmuten mögen, die sich aber als folgenreich heraus stellen könnten.

Die erste Entscheidung betrifft die Neudefinition des Ehrenkodex: Bisher fußte die berufsethische Selbstverpflichtung der PRVA-Mitglieder auf dem Athener Kodex (1965) und einem sieben Punkte umfassenden Ehrenkodex, der aufgrund seines Alters nicht unbedingt die Anforderungen der PR im 21. Jahrhundert widerspiegelt.

Nach Durchführung von einigen textlichen Präzisierungen wird künftig von den PRVA-Mitgliedern die Anerkennung des Athener Kodex, des Lissabonner Kodex, der Stockholm Charta und eines auf 24 Punkte erweiterten Ehrenkodex als Grundlage ihres professionellen Verhaltens eingefordert. Darunter befindet sich auch erstmals ein Passus, der explizit auf Online-PR und Social Media Bezug nimmt.

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Wer “suckt” mehr?

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Martin Bredl nimmt sich - gentleman-like wie immer - Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche grosso modo in die Pfanne gehauen. “PR sucks”, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat lang ganz ohne Pressemitteilungen seinen Job zu machen.

Ziehen wir mal die Samthandschuhe aus: Schlechte PR “suckt” genauso wie schlechter Journalismus. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, nicht besonders auszulassen. Aber Georg missversteht (absichtlich?) die Rolle von PR - und auch ihre Leistungen - gründlich. Es ist nicht die Aufgabe von PR, den Journalisten die gesamte Arbeit abzunehmen, indem sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte kommuniziert und die Hintergrundrecherche noch obendrein mitliefert. Wozu bräuchten wir dann noch Lohnschreiberlinge? Ergiebige Kontakte und Netzwerke sowie gewitzte Recherche sind doch schließlich die Chance, sich von den KollegInnen positiv abzuheben und sich zu profilieren.
Wettbewerb nennt sich das.

Unternehmenskommunikation ist in erster Linie dem Wohlergehen des eigenen Unternehmens verpflichtet, in zweiter Linie dem Wohlergehen der Gesellschaft. Das muss niemandem gefallen, ist aber so. Was das in einem (Web 2.0)-Umfeld bedeutet, das sowohl der PR als auch den Medien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt ist, kann jede/r für sich beantworten; meiner Meinung nach sind weder die einen noch die anderen - in Summe - derzeit ausreichend für diese Herausforderung gerüstet.

In seinem Kommentar auf Martins Blog fragt Georg (allen Ernstes?):

“Warum passiert PR nicht über Blogs?”

Vielleicht deswegen, weil der Großteil der JournalistInnen (Georg natürlich ausgenommen!) es dann überhaupt nicht wahrnehmen würden? Oder weil die Medien dann in den Grundfesten erschüttert würden, wenn keiner mehr ihre Gatekeeper-Funktion braucht?

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