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	<title>virtual bites &#187; Medien</title>
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	<description>Kommentare und Überlegungen zu den modernen Erscheinungsformen der Kommunikation</description>
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		<title>Ausweg für die Königskinder?</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Sep 2008 10:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich vor ein paar Tagen ordentlich Dampf abgelassen habe, kommt jetzt der konstruktive Vorschlag, für den sich vielleicht auch Georg Holzer erwärmen kann (der mir meine scharfe Replik anscheinend nicht krumm nimmt; jedenfalls redet er noch mit mir . Die Ausgangssituation ist bekannt und so alt wie die beiden Berufsgruppen: JournalistInnen hie, PR-Leute da. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich vor ein paar Tagen ordentlich <a title="Offener Brief an Georg Holzer" href="http://www.virtualbites.com/index.php/2008/offener-brief-an-georg-holzer">Dampf abgelassen</a> habe, kommt jetzt der konstruktive Vorschlag, für den sich vielleicht auch <a title="Der Stein des Anstoßes" href="http://www.georgholzer.at/blog/2008/09/03/der-pr-fehlt-ein-link/">Georg Holzer</a> erwärmen kann (der mir meine scharfe Replik anscheinend nicht krumm nimmt; jedenfalls redet er noch mit mir <img src='http://www.virtualbites.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p>Die Ausgangssituation ist bekannt und so alt wie die beiden Berufsgruppen: JournalistInnen hie, PR-Leute da. Ihre Beziehung ist komplex und wird von subtilen Faktoren beeinflusst. Beiden ist bewusst, dass sie voneinander abhängig sind und einander brauchen: Für die PR sind Medien ein wichtiger Partner und Multiplikator der eigenen Botschaften; und die JournalistInnen könnten ohne die Leistungen der PR nicht aus dem riesigen Reservoir an Informationen schöpfen, das ihnen heute zur Verfügung steht.</p>
<p>Soweit die Idylle. In der Realität spießt es sich aber oft, zu oft, an allen Ecken und Enden. Nicht immer ist professioneller Umgang und gegenseitiger Respekt die Grundlage der Beziehung. Mich interessiert hier aber nicht die Schuldzuweisung (den Schwarzen Peter erhält in der Eigenwahrnehmung ohnehin immer die Gegenseite zugeschoben), sondern eine mögliche Lösung zumindest einiger Probleme der Media Relations.</p>
<p><span id="more-250"></span></p>
<p>Die Auflistung einiger Eckpfeiler scheint mir aber hilfreich:</p>
<ul>
<li>In Summe gesehen, ist der Output an Pressemeldungen, den die PR-Branche produziert, viel zu groß. Was immer die Beweggründe sein mögen (Umsatzvolumen, Druck seitens der Auftraggeber etc.), es werden zuviele &#8220;Nicht-Geschichten&#8221; in die Welt gesetzt. Weniger Quantität, mehr Qualität bei den Press Releases – das wäre schon ein Teil der Miete.</li>
<li>Viele Presseaussendungen werden nach dem Gießkannen-Prinzip distribuiert (ich habe das einmal <a href="http://www.virtualbites.com/index.php/2006/pumpgun-pr"><em>P.u.mpgun-PR</em></a> genannt, was mir eine Menge <em>Pageviews</em> – allerdings von der falschen Zielgruppe – eingebracht hat). Eine Aussendung, wahllos verteilt nach dem Prinzip, dass es irgendwo schon auf fruchtbaren Boden fallen wird. Die Medien verlangen aber, ganz zu Recht, nach treffgenauen Informationen, sowohl inhaltlich und in der Aufbereitung als auch in der Adressierung.</li>
<li>Die Wünsche der JournalistInnen werden zu wenig respektiert bzw. wird erst gar nicht an eine Feedback-Möglichkeit gedacht (z.B. eine <em>Opt-Out</em>-Funktion bei Presseaussendungen). Ich verstehe schon, dass manch einer aus der recherchierenden und schreibenden Zunft – wie z.B. Georg Holzer &#8211; angesichts dieses anhaltenden Unverständnisses fuchsig wird.</li>
<li>Die Medienbranche ist, wie die PR auch, sehr dynamisch, um nicht zu sagen: wuselig. Das hat zur Folge, dass es ungemein aufwändig ist, über den jeweiligen Status einzelner JournalistInnen <em title="auf dem Laufenden" lang="fr">à jour</em> zu bleiben. Für kleine Agenturen und Einzelberater ist das nur schwer (wenn überhaupt) zu bewältigen.</li>
<li>JournalistInnen sind in ihren Verhaltensweisen, sagen wir es einmal so: originell. Sie haben alle ihre Vorlieben, Routinen, Marotten, die nicht unter einen Hut zu bringen sind (und auch nicht gebracht werden sollen).</li>
</ul>
<p><em lang="en">Let&#8217;s do some math:</em></p>
<p>Wenn man von den internationalen Schätzungen ausgeht, dass ca. 15% der PR-Treibenden in einem Land in einem Verband organisiert sind, dann müsste es in Österreich ca. 4000 PR-Leute geben (davon rund 550 Mitglieder im PRVA). Diesen stehen 13-15.000 JournalistInnen gegenüber. Nehmen wir einmal an, dass alle PR-Leute alle JournalistInnen per Telefon kontaktieren, um heraus zu finden, wie, wann, mit welchen Mitteln, für welche Unternehmen und mit welchen Themen sie beliefert werden wollen, und veranschlagen wir dafür (knapp bemessene) 3 Minuten, dann wären für diese simple, aber erforderliche Maßnahme schlappe 180 Mio Minuten, 3 Mio Stunden, 125.000 Tage bzw. 2.404 Jahre aufzuwenden. Jedes Mal. *)</p>
<p>Das kann niemand ernsthaft wollen. 2.404 mehr oder minder hoch bezahlte Personen-Jahre Arbeit (oder knapp 100 Mio Euro), nur um zu eruieren, wie PR und JournalistInnen miteinander umgehen sollen? Diese Ressourcen können bzw. müssen sinnvoller genutzt werden, z.B. für die qualitative Verbesserung von Presseaussendungen (differenzierter, diversifizierter, treffgenauer, multimedialer usw.)</p>
<p><strong>Wie könnte eine Lösung aussehen?</strong></p>
<p>Ich behaupte nicht, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Allerdings bin ich überzeugt, dass mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln (nicht zuletzt des <em>Web 2.0</em>) ein Weg gefunden werden kann, der alle Beteiligten vom Zeit-/Kostenaufwand minimal belastet, die Arbeit und die Beziehung der beiden Branchen entlastet und entkrampft und auch ökonomisch sinnvoll ist.</p>
<p>Grundlage sind zwei Dinge:</p>
<ul>
<li>Kooperationsbereitschaft, v.a. auf Seiten der JournalistInnen</li>
<li>eine verlässliche technische Applikation</li>
</ul>
<p>Basis wäre eine Art zentrales &#8220;Register&#8221; (ich weiß, das klingt ungemein bürokratisch, es handelt sich aber nur um einen deskriptiven Arbeitsbegriff), in dem die österreichischen JournalistInnen ihre Daten selber – idealerweise in Echtzeit – pflegen. D.h. dort können sie deponieren, für welche Medien sie arbeiten, für welche Ressorts, welche thematischen Schwerpunkte sie beackern, wann und wie (über welche Kommunikationskanäle) sie kontaktiert werden wollen usw. usf. Das ist insofern effizient, da Datenaktualisierungen nur dann vollzogen werden müssen, wenn sich tatsächlich etwas geändert hat &#8211; dies dafür aber in Echtzeit. Und JournalistInnen bleiben von Anfragen der PR-Leute verschont, ob sich etwas an ihren Daten geändert hat.</p>
<p>Der Vorteil für die PR-Branche liegt m.E. auf der Hand: Agenturen, Einzelberater und Inhouse-PR-Abteilungen müssten keine eigenen Verteiler mehr führen, da sie ein ständig aktuelles Datenreservoir zur Verfügung hätten. Und wenn sie dennoch auf einem eigenen Verteiler bestehen (weil sie z.B. internationale Medien ebenfalls zu berücksichtigen haben), dann können sie diesen über eine definierte Schnittstelle jeweils auf den neuesten Stand bringen.</p>
<p>Und noch ein Vorteil eines zentralen Registers: Es könnte auch jene Blogger aufnehmen, die an aktuellen Informationen von Unternehmen und Organisationen interessiert sind.</p>
<p><strong>Wer macht, wer zahlt?</strong></p>
<p>Eigentlich ist die Frage, wer zahlt, müßig, wenn ich mir die Kosten der oben angestellten Aufwandskalkulation für die Datenerhebung anschaue. Kommerzieller Nutznießer wären die PR-Treibenden, da sie sich – im Idealfall – die Erstellung eines eigenen Verteilers ersparen (für kleine Agenturen und Einzelberater würde dadurch übrigens ein nennenswerter Wettbewerbsnachteil wegfallen). D.h. sie können durchaus die Kosten übernehmen (in Form eines jährlichen oder monatlichen Mitgliedsbeitrages).</p>
<p>Für die JournalistInnen sollte der Zugang kostenlos sein, da sie ja die Leistung in Form der Datenpflege erbringen (auch wenn sie insofern Nutznießer sind, als sie von sinnlosen, fehladressierten Presseaussendungen verschont bleiben und dadurch mehr Zeit für eigene Recherchen übrig haben).</p>
<p>Und wer soll&#8217;s machen? Naheliegenderweise müsste für ein derartiges Projekt eine organisierte Willensbildung für den notwendigen Motivationsschub sorgen, d.h. es sollten jene Organisationen kooperieren, die die Interessen der PR-Branche und der Medien repräsentieren (also z.B. <a title="Public Relations Verband Austria" href="http://www.prva.at/index2.html">PRVA</a>, Fachverband, die zuständigen Sektionen der <a title="Gewerkschaft für Kunst,Medien,Sport und freie Berufe" href="http://www.kmsfb.at/servlet/ContentServer?pagename=S02/Page/Index&amp;n=S02_7.2">KMSfB</a> usw.).</p>
<p>Wer die technische Umsetzung übernimmt, ist mir – offen gestanden – egal. Es wäre nur schön, wenn ein derartiges Projekt bald Gestalt annehmen könnte. Falls es außer mir sonst noch jemand für wünschenswert und sinnvoll erachten sollte.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong></p>
<p>Es versteht sich von selbst, dass es – sollte so eine Plattform erst einmal bestehen – keine Ausreden mehr gibt. Weder für die eine, noch für die andere Seite <img src='http://www.virtualbites.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8212;</p>
<p><em>*) Mir ist der &#8220;Milchmädchen&#8221;-Charakter dieser Rechnung bewusst, es geht aber nicht um eine bis in die 10. Nachkommastelle genaue Kalkulation, sondern um die Veranschaulichung der Dimension, und da ist es schon egal, ob es 100, 500 oder 2.404 Personen-Jahre sind.</em></p>
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		<title>Offener Brief an Georg Holzer</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 12:39:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Georg Holzer, Journalist bei der Kleinen Zeitung in Kärnten, hat auf seinem Blog gestern die große Keule ausgepackt und meint, diese der PR-Branche über die Rübe ziehen zu müssen. Er fühlt sich nämlich belästigt von der großen Anzahl an Presseaussendungen, die ihn nicht interessieren, aber dennoch erreichen.  Große Keulen haben den Nachteil, nicht besonders treffsicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Georg Holzer, Journalist bei der <em>Kleinen Zeitung</em> in Kärnten, hat auf seinem Blog gestern <a title="Georg Holzer meint, der PR fehle ein Link" href="http://www.georgholzer.at/blog/2008/09/03/der-pr-fehlt-ein-link/">die große Keule</a> ausgepackt und meint, diese der PR-Branche über die Rübe ziehen zu müssen. Er fühlt sich nämlich belästigt von der großen Anzahl an Presseaussendungen, die ihn nicht interessieren, aber dennoch erreichen.  Große Keulen haben den Nachteil, nicht besonders treffsicher zu sein und zu viele Kollateralschäden zu verursachen.</p>
<p>Da ich mit Georg, den ich im Übrigen sehr schätze (nur nicht in dieser Frage <img src='http://www.virtualbites.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> , über das Thema schon auf <a title="PR online: Geliebt, gehasst, verpönt?" href="http://edwohlfahrt.blogs.com/blogdog/2008/08/pr-online-geliebt-gehasst-verp%C3%B6nt.html">Ed Wohlfahrts Blog</a> diskutiert habe, pfeife ich hier auf Deeskalation und widme ihm folgenden Offenen Brief:</p>
<p><strong>Lieber Georg,</strong></p>
<p>welcher Teufel hat dich denn geritten oder hat deine schon pathologisch anmutende Antipathie gegen die PR-Branche jetzt auch die letzten Ventile überwunden? Deine Pranger-Aktion ist dumm, kontraproduktiv und unoriginell: Dumm, weil sie am eigentlichen Problem vorbei geht (und das weißt du, denn wir haben lagen genug darüber debattiert); kontraproduktiv, weil sie nicht nur keine generell praktikable Lösung bietet, sondern das (Reiz-)Klima zwischen beiden Berufsgruppen vergiftet; unoriginell, weil <a href="http://www.virtualbites.com/index.php/2007/anderson-notwehrueberschreitung">das Thema</a> schon vom <em>Wired</em>-Chefredakteur Chris Anderson (vor gerade mal zehn Monaten) abgefrühstückt wurde.</p>
<p><span id="more-245"></span></p>
<p>Du hast zwar das Problem geortet: Einige/mehrere/viele PR-Abteilungen und -Agenturen verschicken (zu) viel Presseaussendungen mit a) uninteressanten Meldungen und b) an die falschen JournalstInnen. Okay, das müsste – angesichts der technischen Möglichkeiten: darf – nicht sein. Passiert trotzdem. <em>Shit happens</em>. Da hat die PR-Branche sicher einiges ins Reine zu bringen. Aber: wenn ich mir deine <em>Rote Liste</em> anschaue, scheinst du ja nicht einmal in der Lage zu sein, PR und Marketing bzw. andere Kommunikationsfunktionen auseinander zu halten. Birnen und Äpfel, das gibt bestenfalls Kompott.</p>
<p>Deine (allgemeine) &#8220;Lösung&#8221; ist putzig: Natürlich kann jede/r JournalistIn selber entscheiden, welche Pressemitteilung von welchem Unternehmen er/sie haben möchte. Aber genauso hat jedes Unternehmen das Recht, Aussendungen an Medien/JournalistInnen zu schicken, von denen sie (optimalerweise aus gutem Grund) annehmen kann, dass sie in deren Themenkreis/Ressort fällt. Die Idee mit dem <em>Subscribe</em>-Button ist nett, nur scheitert sie daran, dass sie a) nicht garantiert, dass nur interessante Sachen den Subscriber erreichen und b) dass einige/viele/die meisten JournalistInnen zu faul/desinteressiert/unfähig sind, diesen Button auch zu klicken. (Ich weiß schon, das ist jetzt genau so ungerecht wie die Ausfälle des G.H. und wurde genau deswegen so geschrieben.)</p>
<p>RSS wäre eine elegante Lösung, die allerdings daran scheitert, dass weder PR noch JournalistInnen darüber ausreichend Bescheid wissen bzw. es einsetzen. Da hättest du dir Verdienste um das Wohlergehen beider Branchen erwerben können, indem du die ganze Energie für einen Kreuzzug für RSS stecktest, statt sie für einen blindwütigen Rundumschlag zu verfeuern.</p>
<p><strong>Bringschuld – Holschuld</strong></p>
<p>Du gestehst zwar zu, dass es schwierig sei &#8220;eine Datenbank zu führen, die alle Interessen der einzelnen Journalisten beinhaltet&#8221;, insinuierst aber gleichzeitig, dass das eine von der PR-Branche zu leistende Aufgabe sei. Das ist ganz schön arrogant. Wenn, dann sollten beide Seiten das Ihre dazu beitragen. Auch hier: dafür würde sich die Energie lohnen, und ich bin sicher, dass der PRVA (dessen Mitglied ich zwar bin, für den ich aber nicht spreche) für alle Initiativen in diese Richtung ein offenes Ohr hat. Wo, bitte, tut den die Schreibende Zunft etwas, um ihre Interessen – detailliert und aktuell gepflegt – zentral abrufbar zu machen? Warum soll die PR-Branche eine Menge Zeit, Hirnschmalz und Geld dafür aufwenden, den JournalistInnen hinterher zu hecheln und herauszufinden, wo sie gerade womit beschäftigt sind? (Zum Großteil tut sie es ja ohnehin.)</p>
<p>Primadonna spielen und, wenn mal etwas nicht klappt, kreischen wie die Kreide an der Schiefertafel, ist nicht nur ineffizient, es ist auch – mit Verlaub – pubertär.</p>
<p><strong>Georgs Lösung</strong></p>
<p>Mit deiner Lösung bin ich einverstanden. Wer dir nicht passt, kommt in den Spam-Filter. Klare Ansage. Gutes Recht. Aber das berechtigt dich nicht dazu, jene Firmen öffentlich anzuprangern, nur weil sie dir einmal/manchmal/öfters Presseaussendungen zugeschickt haben, die dir nicht in den Kram passen oder mit deinem professionellen Fokus nichts zu tun haben.</p>
<p>Wo es mir aber die Haare aufstellt, ist die Argumentation: sie hätten keinen Unsubscribe-Link in ihren Aussendungen. Was soll das denn? Selbst wenn es anzuraten ist, solche Feedback-Möglichkeiten einzubauen, so gibt es – meiner Meinung nach (aber ich bin kein Anwalt) – keinerlei Verpflichtung dazu, also auch nichts, weswegen irgend jemand anzuprangern wäre. Aus unserer Diskussion weiß ich, dass du dich gerne auf den §107(2) des TKG aus 2003 berufst. Es entgeht dir dabei, dass Presseaussendungen implizit und explizit Bestandteil der professionellen (beruflichen) Beziehung zwischen JournalistInnen und Unternehmen/Organisationen/Agenturen sind.</p>
<p>Kleines Gedankenexperiment: Was würde passieren, wenn die PR-Branche alle JournalistInnen und Medien an den Pranger stellen würde, die unrichtige, unvollständige, falsche, verdrehte etc. Dinge über die Unternehmen geschrieben haben bzw. schreiben, obwohl sie ausreichend mit Fakten versorgt wurden? Was für eine Liste das erst ergäbe. Und wenn die Unternehmen/PR-Agenturen diese Medien/JournalistInnen nicht mehr mit Informationen versorgten, würden 70% der Seiten der Printmedien leer bleiben.</p>
<p><strong>Pranger = Mittelalter</strong></p>
<p>Die Methode, unliebsame PR-Agenturen an den Pranger zu stellen, habe ich schon bei Chris Anderson als Notwehrüberschreitung empfunden. Es ist ein mittelalterliches Strafmittel. Und auch wenn es deinem Ego vielleicht wohl tut, Richter und Henker in Personalunion zu spielen: Du überschreitest damit eine Grenze – und ich bin mir nicht sicher, ob dir klar ist, was du da tust.</p>
<p>Über die Verhältnismäßigkeit der Mittel will ich mir gar nicht erst den Kopf zerbrechen, das sollen die Juristen oder Philosophen oder Moraltheologen machen.</p>
<p>Ganz pragmatisch aber: Wenn du mit dem Informationsaufkommen (&#8220;100 E-Mails am Tag&#8221;) nicht klar kommst, solltest du dir überlegen, ob du wirklich den richtigen Job gewählt hast.</p>
<p>***</p>
<p>Disclaimer: <em>Obwohl Inhaber einer PR-Agentur zählen Media Relations nicht zum Angebotsumfang unserer Agentur. In früheren Positionen habe ich jedoch beide Seiten kennen gelernt: als Journalist und als PR-Mitarbeiter. Die Probleme, die die beiden Branchen miteinander haben, sind mir aus erster Hand geläufig. Als Journalist – vor mehr als 20 Jahren – sind täglich mehrere Dutzend Aussendungen (in Papier und im verschlossenen Kuvert) auf meinem Schreibtisch gelandet, der Großteil von geringem bis nicht vorhandenem Informationsgehalt. Wir haben damals den Kopf geschüttelt und die Rundablage gefüttert. Möglicherweise werden heutige JournalistInnen ja mit Mimosen gefüttert.</em></p>
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		<title>Qualitätsjournalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 08:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[orf]]></category>
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		<description><![CDATA[In den ORF-Nachrichten nach der Tiroler Landtagswahl hieß es &#8211; zweimal &#8211; zum Ergebnis der &#8220;Grünen&#8221;: &#8220;Die Grünen wurden halbiert.&#8221; Nun ist es nichts Ungewöhnliches, dass der ORF kein besonderes Naheverhältnis zu sprachlicher Akkuratesse pflegt (man stelle sich das Splatter-Szenario vor, dass in Tirol nur noch halbierte &#8220;Grüne&#8221; herum spazierten), aber dass nun auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den ORF-Nachrichten nach der Tiroler Landtagswahl hieß es &#8211; zweimal &#8211; zum Ergebnis der &#8220;Grünen&#8221;: &#8220;Die Grünen wurden halbiert.&#8221; Nun ist es nichts Ungewöhnliches, dass der ORF kein besonderes Naheverhältnis zu sprachlicher Akkuratesse pflegt (man stelle sich das Splatter-Szenario vor, dass in Tirol nur noch halbierte &#8220;Grüne&#8221; herum spazierten), aber dass nun auch die simpelsten mathematischen Fähigkeiten abhanden gekommen sind, stimmt bedenklich.</p>
<p>Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis haben die &#8220;Grünen&#8221; 5,2 Prozentpunkte ihres Stimmenanteils eingebüßt, der von 15,6% auf 10,4% gesunken ist. D.h. sie haben ein Drittel verloren, nicht die Hälfte.</p>
<p>Dazu musste man noch nicht einmal recherchieren, bloß richtig rechnen. Das wird man wohl noch verlangen dürfen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wer &#8220;suckt&#8221; mehr?</title>
		<link>http://www.virtualbites.com/index.php/2007/wer-suckt-mehr</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 14:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Martin Bredl nimmt sich &#8211; gentleman-like wie immer &#8211; Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche grosso modo in die Pfanne gehauen. &#8220;PR sucks&#8221;, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bredlbloggt.telekom.at/stories/1081/" title="Link öffnet in neuem Browserfenster" target="_blank">Martin Bredl </a>nimmt sich &#8211; gentleman-like wie immer &#8211; Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche <em>grosso modo</em> in die Pfanne gehauen. <em><a href="http://www.georgholzer.at/blog/2007/11/29/pr-sucks/" title="Georg Holzer rechnet mit der PR ab, glaubt er" target="_blank">&#8220;PR sucks&#8221;</a></em>, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat lang ganz ohne Pressemitteilungen seinen Job zu machen.</p>
<p>Ziehen wir mal die Samthandschuhe aus: Schlechte PR &#8220;suckt&#8221; genauso wie schlechter Journalismus. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, nicht besonders auszulassen. Aber Georg missversteht (absichtlich?) die Rolle von PR &#8211; und auch ihre Leistungen  &#8211; gründlich. Es ist nicht die Aufgabe von PR, den Journalisten die gesamte Arbeit abzunehmen, indem sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte kommuniziert und die Hintergrundrecherche noch obendrein mitliefert. Wozu bräuchten wir dann noch Lohnschreiberlinge? Ergiebige Kontakte und Netzwerke sowie gewitzte Recherche sind doch schließlich <em><strong>die</strong></em> Chance, sich von den KollegInnen positiv abzuheben und sich zu profilieren.<br />
Wettbewerb nennt sich das.</p>
<p>Unternehmenskommunikation ist in erster Linie dem Wohlergehen des eigenen Unternehmens verpflichtet, in zweiter Linie dem Wohlergehen der Gesellschaft. Das muss niemandem gefallen, ist aber so. Was das in einem (Web 2.0)-Umfeld bedeutet, das sowohl der PR als auch den Medien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt ist, kann jede/r für sich beantworten; meiner Meinung nach sind weder die einen noch die anderen &#8211; in Summe &#8211; derzeit ausreichend für diese Herausforderung gerüstet.</p>
<p>In seinem <a href="http://bredlbloggt.telekom.at/stories/1081/#comments" title="Link öffnet in neuem Browserfenster" target="_blank">Kommentar</a> auf Martins Blog fragt Georg (allen Ernstes?):</p>
<blockquote><p>&#8220;Warum passiert PR nicht über Blogs?&#8221;</p></blockquote>
<p>Vielleicht deswegen, weil der Großteil der JournalistInnen (Georg natürlich ausgenommen!) es dann überhaupt nicht wahrnehmen würden? Oder weil die Medien dann in den Grundfesten erschüttert würden, wenn  keiner mehr ihre Gatekeeper-Funktion braucht?</p>
<p><span id="more-184"></span></p>
<p>Georg fragt auch (ibid.), ob die PR-Branche Journalisten für dumm hält. Es wäre vermessen von mir, für die Branche sprechen zu wollen, ein &#8220;Nicht alle&#8221; kann ich mir als Antwort allerdings schon vorstellen.</p>
<p>Aber im Ernst: Das Verhältnis von PR und Journalisten ist ein ziemlich delikates. Beide Seiten können einander zu Recht eine Menge vor- und an den Kopf werfen. Mist passiert auf beiden Seiten (wie oft geben Journalisten zu, wenn sie eine Recherche verbockt oder Schei*e geschrieben haben?). Dennoch sind sie &#8211; derzeit noch &#8211; aneinander geschweißt, was manchmal auch zu ziemlich unschönen Auswüchsen führt (Koppelungsgeschäfte nennt man das mitunter). Gleichstand auch bei den Imagewerten: Beide Branchen liegen regelmäßig am Ende der diversen Rankings, nur knapp vor Gebrauchtwagenhändlern.</p>
<p>Statt einander Prügel zwischen die Beine zu knallen, sollten sich die noch halbwegs Vernünftigen auf beiden Seiten darüber den Kopf zerbrechen, wie ein produktives, gesellschaftlich verträgliches Verhältnis von PR und Medien aussehen müsste &#8211; je verbindlicher, desto besser.</p>
<p>Mit deiner Generalattacke, lieber Georg, bist du aber lediglich gegen den <a href="http://www.grenzpfosten.de/2007/12/03/journalismus-und-pr-gut-und-schlecht/" title="Weblog von Florian Ranner - Link öffnet in neuem Browserfenster" target="_blank">Grenzpfosten</a> geknallt <img src='http://www.virtualbites.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Eine Catostrophe (?)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 13:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Martin Bredl hat mir soeben den Tag versaut. In seinem Blog lese ich, dass sich der Herausgeber der österreichischen Tageszeitung mit dem monarchistischen Titel unters bloggende Volk gemischt hat. Ich hätte wohl besser nicht gleich HansDichandBloggt einem ersten Augenschein unterziehen sollen. Wer rollt mir meine Zehennägel jetzt wieder aus? Ich habe mich nämlich sogleich ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Bredl hat mir soeben <a href="http://bredlbloggt.telekom.at/stories/1071/" title="Martin Bredl: Hans Dichand bloggt" target="_blank">den Tag versaut</a>. In seinem Blog lese ich, dass sich der Herausgeber der österreichischen Tageszeitung mit dem monarchistischen Titel unters bloggende Volk gemischt hat.</p>
<p>Ich hätte wohl besser nicht gleich <a href="http://blog.krone.at/" title="Link öffnet in neuem Browser-Fenster" target="_blank" rel="nofollow">HansDichandBloggt</a> einem ersten Augenschein unterziehen sollen. Wer rollt mir meine Zehennägel jetzt wieder aus? Ich habe mich nämlich sogleich ganz schrecklich gefürchtet: Die Demokratie sei in Gefahr, weil sich die böse Bundesregierung dem &#8220;Krone&#8221;-Diktat nicht beugen will und keine Volksabstimmung zum EU-Vertrag durchführt. Wo sich doch die &#8220;Krone&#8221;  so ganz der Volksaufklärung in Sachen EU-Vertrag verschrieben hat, dass sie sogar den Vertragstext zum Download anbietet.  &#8211; Ach so, tut sie nicht? Nur der Kindermann klärt auf? Naja, das kann einen gelernten Österreicher auch nicht mehr erschüttern.</p>
<p>Ganz klar ist mir der Sinn des Transfers der catonischen Ergüsse (inklusive Feedback in von der Printausgabe gewohnter &#8220;Leserbrief&#8221;-Qualität) nicht. Was will der alte Mann in der Blogosphäre? Den Dialog sucht er schon mal nicht, das &#8220;Blog&#8221; &#8211; im Grunde ist es nur eine Online-Publikation mit Kommentarmöglichkeit &#8211; ist für ihn anscheinend nur eine weitere Tröte. Neue Zielgruppen erreichen, die sein papierenes Kleinformat nicht erwischt? Ob dazu sein Geblogge genügt? Wir werden sehen.</p>
<p>Im schlimmsten Fall weiche in halt in die Sphäre des Micro-Bloggens aus <img src='http://www.virtualbites.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dafür bekommt &#8211; im Sinne der Demokratie fördernden Meinungsvielfalt &#8211; das <a href="http://www.krone-blog.at/" title="Link öffnet in neuem Browser-Fenster" target="_blank">Krone-Blog einen Link</a>.</p>
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		<title>PR Conversations im medianet</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 13:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[literaturkritik]]></category>
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		<category><![CDATA[prconversations]]></category>

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		<description><![CDATA[Werner Schuster hat aus zwei Gesprächen, die wir heuer miteinander geführt haben, einen ausführlichen Artikel gedrechselt, der in der Ausgabe vom 13.11. des medianet (Online- und Print-Ausgabe) erschienen ist. Unter dem Titel &#8220;Vom PR-Kirtag zur Wahlkampf-PR&#8221; geht es vor allem um das kollektive internationale PR-Blog PR Conversations und um die Frage, welche Fragen Social Media [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werner Schuster hat aus zwei Gesprächen, die wir heuer miteinander geführt haben, einen ausführlichen Artikel gedrechselt, der in der Ausgabe vom 13.11. des medianet (Online- und Print-Ausgabe) erschienen ist. Unter dem Titel <a href="http://www.medianet.at/content10760-44.html" title="Link öffnet neues Browserfenster" target="_blank">&#8220;Vom PR-Kirtag zur Wahlkampf-PR&#8221;</a> geht es vor allem um das kollektive internationale PR-Blog <a href="http://www.prconversations.com" title="Link öffnet neues Browserfenster" target="_blank">PR Conversations</a> und um die Frage, welche Fragen Social Media für die Public Relations aufwerfen. Allfällige Dummheiten und Absurditäten sind auf meine Antworten, nicht auf seine Fragen zurückzuführen.</p>
<p>Werner Schuster betreibt übrigens ein bemerkenswertes Literatur(kritik)-Blog mit dem trefflichen Namen <a href="http://www.eselsohren.at/" title="Link öffnet neues Browserfenster" target="_blank">Eselsohren</a>.</p>
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		<title>Konki je t&#8217;adore</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 13:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes hat man es echt nicht leicht. Da müht sich der Herr Konken redlich, dem Ausbund allen kommunikativen Übels, also dem Internet, das Gesicht von der verleumderischen Fratze zu reißen und der Welt (nein, nicht der Zeitung, sondern diesem globalen Dingsda) die Augen zu öffnen, und schon fällt ihm einer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes hat man es echt nicht leicht. Da müht sich der Herr Konken redlich, dem Ausbund allen kommunikativen Übels, also dem Internet, das Gesicht von der verleumderischen Fratze zu reißen und der Welt (nein, nicht der Zeitung, sondern diesem globalen Dingsda) die Augen zu öffnen, und schon fällt ihm einer der vom Internetvirus offensichtlich heftigst befallenen <strike>Unterläuf</strike>&#8230; Kollegen beckmesserisch in den Rücken.</p>
<p>Das musste ja schon einmal gesagt werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Blogs sind (&#8230;) eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre  Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.&#8221; (Quelle: Konken-<a href="http://www.djv.de/Rede_Michael_Konken.1975.0.html" title="Link öffnet in neuem Fenster" target="_blank">Rede zum DJV-Verbandstag 2007</a>)</p></blockquote>
<p>Wer allen Ernstes solchen Unsinn verzapft, dessen Borniertheit wird wohl nur von seiner Ahnungslosigkeit übertroffen.</p>
<p><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1580" title="Offener Brief an Konken" target="_blank">Thomas Knüwer</a> (Handelsblatt) macht es sich aber nicht so einfach wie ich und zerzaust seinen Vorsitzenden nach allen Regeln der Kunst. Chapeau!</p>
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		<title>Notwehrüberschreitung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Nov 2007 10:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
		<category><![CDATA[Arroganz]]></category>
		<category><![CDATA[media-relations]]></category>

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		<description><![CDATA[Chris Anderson, Chefredakteur des Wired Magazine, Buchautor und Blogger, hatte eine Schnapsidee: Der vielen unwillkommenen Presseaussendungen überdrüssig, die täglich in seinem E-Mail-Postfach aufschlagen (er spricht von rund 300), hat er zu einem ziemlich drastischen Mittel gegriffen. In seinem Blog &#8220;The Long Tail&#8221; hat er einfach die E-Mailadressen von rund 350 &#8220;ÜbeltäterInnen&#8221; publiziert, die seiner Ansicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Chris Anderson, Chefredakteur des <span lang="en">Wired Magazine</span>, Buchautor und Blogger, hatte eine Schnapsidee: Der vielen unwillkommenen Presseaussendungen überdrüssig, die täglich in seinem E-Mail-Postfach aufschlagen (er spricht von rund 300), hat er zu einem ziemlich drastischen Mittel gegriffen. In seinem <a href="http://www.longtail.com/the_long_tail/2007/10/sorry-pr-people.html" title="Link öffnet in neuem Browserfenster" target="_blank">Blog &#8220;The Long Tail&#8221;</a> hat er einfach die E-Mailadressen von rund 350 &#8220;ÜbeltäterInnen&#8221; publiziert, die seiner Ansicht nach einfach &#8220;zu faul&#8221; gewesen seien zu recherchieren, wem sie die Mitteilungen korrekterweise hätten zukommen lassen sollen. (Aufschlussreich sind die zahlreichen Kommentare.)</p>
<p>Ich verstehe zwar den Unmut, der sich aus der lästigen Bürde speist, andauernd aus einem Haufen von Spreu jene paar Weizenkörner herauszusuchen, die für die eigene Arbeit brauchbar sind. Ich könnte auch noch nachvollziehen, wenn Anderson &#8211; in einer Art Notwehrreflex &#8211; die Absenderadressen in seinem E-Mailprogramm einfach ausfiltert (was er ja auch seinen Angaben zufolge auch tut), auch wenn ich mich frage, auf welch abgehobenem Niveau sich der Herr bereits bewegt.<br />
<span id="more-177"></span><br />
Die PR-Leute via Publikation ihrer E-Mailadressen öffentlich zu demütigen und gleichzeitig billigend in Kauf zu nehmen, dass sie durch die Veröffentlichung zum Freiwild für Spam-Artisten werden, ist in meinen Augen ein klarer Fall von Notwehrüberschreitung. Und es ist herablassend, erbärmlich &#8211; und unprofessionell.</p>
<p>Damit will ich die unbestreitbar anzutreffende Praxis, Pressemitteilungen nach dem Gießkannenprinzip zu distribuieren, nicht rechtfertigen. Ganz im Gegenteil: Dadurch wird das Verhältnis von PR-Menschen und Journalisten nur unnötig belastet. Aber Anderson maßt sich an, &#8220;Richter und Henker&#8221; in Personalunion zu spielen &#8211; und das ohne sich lange mit der Recherche aufzuhalten, ob jene, die er an den Pranger stellt, das auch verdienen.</p>
<p>Das nenne ich Brunnenvergiften. Und es könnte rechtliche Konsequenzen haben. Nun bin ich kein Anwalt, aber es haben schon geringererAnlässe unangenehme Sammelklagen (&#8220;class action&#8221;) ausgelöst. Zumindest aber ist Anderson vorzuwerfen, dass er fahrlässig mit dem Recht anderer auf Privatsphäre umgegangen ist.</p>
<p>Ich stelle mir lieber nicht vor, welche Auswirkungen es hätte, fände der &#8220;Auszucker&#8221; des <span lang="en">Wired</span>-CR Nachahmer. Das Verhältnis der beiden &#8211; zweifellos aufeinander angewiesenen &#8211; Branchen würde sich noch schwieriger gestalten, als es ohnehin schon ist.</p>
<p>Die PR-Branche ist jedenfalls gut beraten, in ihren praktischen <span lang="en">Media Relations</span> noch mehr Sorgfalt walten zu lassen.</p>
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		<title>Spielverderber</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Oct 2007 11:29:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[medientage]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wohl gewesen wäre, hätte der Journalistik-Professor Philip Meyer (University of North Carolina at Chapel Hill) anlässlich der Medientage die Keynote gehalten und den versammelten (Print-)Jubilierern das Folgende zu kauen gegeben? &#8220;How the information is moved &#8211; (&#8230;) &#8211; will not be nearly as important as the reputation of the creators of the content. Earning [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wohl gewesen wäre, hätte der Journalistik-Professor Philip Meyer (<span lang="en">University of North Carolina at Chapel Hill</span>) anlässlich der <a href="http://www.virtualbites.com/medientage" target="_blank">Medientage</a> die <span lang="en">Keynote</span> gehalten und den versammelten (Print-)Jubilierern das Folgende zu kauen gegeben?</p>
<blockquote lang="en"><p>&#8220;How the information is moved &#8211; (&#8230;) &#8211; will not be nearly as important as the reputation of the creators of the content. Earning that reputation may require the creativity and the courage to try radical  new techniques in the gathering, analysis, and presentation of news. It might require a radically different definition of the news provider&#8217;s responsibility to the community (&#8230;)&#8221; (<span lang="de">aus</span>: The Vanishing Newspaper, 2004 University of Missouri Press)</p></blockquote>
<p>Meine Vermutung: Sie hätten sich insgeheim gefragt, wer denn <em>den</em> Spielverderber eingeladen hat.</p>
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		<title>Einmal im Wall Street Journal sein</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Oct 2007 13:48:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Pirchner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
		<category><![CDATA[fame]]></category>
		<category><![CDATA[wall-street-journal]]></category>
		<category><![CDATA[wein]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal dauert es lange, bis Träume wahr werden. Obwohl damals, als wir das Online-Projekt &#8220;Wein aus Österreich&#8221; für unseren Langzeitkunden ÖWM umgesetzt haben, hätten wir nicht einmal im Traum daran gedacht, es jemals in ein Medium wie das Wall Street Journal (WSJ) zu schaffen. Und dennoch ist es jetzt &#8220;passiert&#8221;. In einem etwas mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal dauert es lange, bis Träume wahr werden. Obwohl damals, als wir das Online-Projekt <a href="http://www.weinausoesterreich.at/" target="_blank">&#8220;Wein aus Österreich&#8221;</a> für unseren Langzeitkunden <acronym title="Österreichische Weinmarketingservice Gmbh">ÖWM</acronym> umgesetzt haben, hätten wir nicht einmal im Traum daran gedacht, es jemals in ein Medium wie das Wall Street Journal (WSJ) zu schaffen. Und dennoch ist es jetzt &#8220;passiert&#8221;.</p>
<p>In einem etwas mehr als 3-minütigen <a href="http://link.brightcove.com/services/player/bcpid452319854?bctid=1200156684" title="Videointerview über den Grünen Veltliner" target="_blank">Video</a> stellen Dorothy Gaiter und John Brecher, Weinexperten des WSJ, die österreichische Weinspezialität <em>&#8220;Grüner Veltliner&#8221;</em> vor, bei dessen Aussprache sich so manche anglophone Zunge verknotet. Für dieses Problem haben wir &#8211; zusammen mit der US-amerikanischen, in Tirol lebenden Weinjournalistin <a href="http://www.stratsplace.com/7ich/home.html" target="_blank">Julia Sevenich</a> &#8211; schon vor gut 5 Jahren eine Hilfestellung in Form von akustischen Sprachsamples entwickelt.</p>
<p>Ein wohltuendes Gefühl zu hören, wie John Brecher den nach richtiger Aussprache Suchenden empfiehlt: <em lang="en">&#8220;&#8230; in this case you go to this really terrific site called winesfromaustria.com &#8230;&#8221;</em> Es sind zwar nur ein paar Sekunden, in denen die Website zu sehen ist, aber Hand aufs Herz: was will man mehr als die &#8220;15 seconds of fame&#8221;?</p>
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