ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv der Kategorie ‘Medien‘

Aschermittwoch

Donnerstag, den 22. Februar 2007

ist die Fortsetzung des Faschings mit anderen, brachialeren Methoden. Und noch witzloser, nimmt man die diversen *-Reden als Maßstab. Gehört man nicht zum (Bier-)Dunstkreis der verbalen Keulenschwinger, kann man das künstlich aufgeplusterte Gekaspere mit einem mitleidigen “nicht der Rede wert” abtun.

Außer, man steht im Solde eines österreichischer Mediums – wie etwa des ORF. Dort darf muss darf man den wenig originellen Hervorkotzungen von Leuten, die halt gerne Kaiser von Minimundus wären oder sich in ihrer Freiheit, 3 Bier zu bestellen, bedroht wähnen, breiten Raum geben.

Das ist nicht unterhaltsam, von relevant ganz zu schweigen. Wahrnehmungsschwelle und Qualitätsanspruch einiger heimischer Medien sind schon ziemlich tief.

Wasch’ mir den Pelz …

Mittwoch, den 21. Februar 2007

… aber mach’ mich nicht nass. Das ist zwar vermutlich nicht die Absicht des Meta Weblogs, der Eindruck drängt sich mir aber förmlich auf. Die Philosophendebatte, ob ein Weblog ohne Kommentarfunktion, ohne Trackback und ohne RSS-Feed überhaupt ein Weblog ist, möchte ich nicht aufwärmen (meine Meinung: nein). Mir genügt schon, dass sich ein international tätiges Medienbeobachtungsunternehmen wie Meta Communication International so mir nix dir nix der Chance beraubt, Fragen des Monitoring der Blogosphäre mit dieser offen zu diskutieren.

Ohne Rückkanal bleiben die Blogger lediglich Objekte, deren Tun und Treiben das Unternehmen beobachtet und analysiert (auch wenn das auf der Website nicht explizit als Leistung im Portfolio geführt wird – eine lokale Suche nach “blog monitoring” bleibt ergebnislos). Das ist klarerweise die legitime Entscheidung des Unternehmens; ich halte es allerdings für eine verjuxte Gelegenheit, die eigene Expertise in Sachen Monitoring ins beste Licht zu rücken – und eventuell aus den Reaktionen und Meinungen etwas zu lernen.

So ist das Meta-Blog halt wieder einmal nicht mehr als eine hübsche “Flüstertüte“, zudem eine, die nur selten (ca. 1 Mal monatlich) ertönt. “We talk, you listen” – ein ziemlich altbackenes Konzept von Kommunikation, das einem Leistungsanbieter schlecht zu Gesicht steht, der sich in der weiten Welt der modernen Medien positioniert. Auch der thematische Schwerpunkt scheint mir wenig plausibel: Die meisten (der spärlichen) Beiträge beschäftigen sich mit dem Bloggen, ohne besonders originelle Aspekte hinzuzufügen. Da finden sich die altbekannten Geschichten über Politiker-Blogs (Howard Dean), Fake-Blogs (Wal-Mart rauf und runter) und sonstige Krisen (Kryptonite, Jamba, eh klar). Über die Bereiche, in denen Meta Communcation mit eigenem Know how besonders überzeugen könnte und daher authentisch und glaubwürdig wäre – nämlich die Medienbeobachtung und -analyse – findet sich kein Wort.

Schade. Hoffentlich geben sie sich einen Ruck, gehen thematisch ans “Eingemachte” und öffnen das Türl für Feedback. Dann könnte das Meta-Blog sehr sehr spannend werden.

Schauspiel

Dienstag, den 16. Januar 2007

Bewahrheitet sich Thomas Knüwers Vorhersage für 2007, dann steht der deutschen Medienbranche ein Schauspiel bevor, das einem innerjournalistischen Bürgerkrieg nahe zu kommen scheint. Der Handelsblatt-Journalist und Blogger (Indiskretion Ehrensache) verheißt uns nicht weniger als nuntia et circenses (man verzeihe mein eingerostetes Latein).

Die Kontrahenten: Innovative, internet-literate, aktuellen Entwicklungen aufgeschlossene KollegInnen, die auch einer Mehrleistung nicht abgeneigt sind, auf der einen Seite. Ihnen gegenüber die Mehrheit der JournalistInnen und Medienleute, die den Status quo der eigenen Qualifikation und jenen der Branche am liebsten auf ewig in Beton gießen möchten. Hie die “Monolith(en) der Meinung”; die Sprengmeister überkommener Strukturen dort.

Es ist nicht verwegen, grundsätzlich ähnliche Dispositionen auch für die heimische Medienszene anzunehmen, auch wenn es sich in Österreich wohl kaum auf den “Beginn eines Guerillakrieges” zuspitzen wird. Hier beißt man lieber auf Schaumgummi als auf Granit, auch wenn das unweigerlich zum Beißkrampf führt.

Elektrischer-Reporter-Interview mit Dan Gillmor

Mittwoch, den 29. November 2006

Der Elektrische Reporter bringt in Ausgabe 10 ein Interview mit Dan Gillmor, Autor (“We the Media”) und Leiter des Center for Citizen Media. Wer bisher noch nicht Gelegenheit hatte, seine Ansichten zur Situation und Zukunft des Journalismus aus seinem eigenen Mund zu hören, sollte sich die knappe Zusammenfassung nicht entgehen lassen.

Die leicht abschätzige Anmerkung des Moderators, er, Gillmor, würde seit drei Jahren mit denselben Thesen hausieren gehen und habe selbst ein Citizen-Journalism-Projekt “in den Sand gesetzt” sind allerdings höchst entbehrlich. Dass Gillmor seine Thesen wiederholt, macht sie nicht falsch oder obsolet; es ist höchstens ein Zeichen dafür, dass sie noch immer auf zu wenig Verständnis stoßen (v.a. bei den traditionellen Medien[machern]). Das CJ-Projekt, Bayosphere, hat Gillmor auch nicht in den Sand gesetzt; er räumt zwar ein, dass es nicht zu dem geworden ist, was er sich erwartet und erhofft hatte; es hat aber auch nach seinem Wechsel zum Center for Citizen Media (das auf seine Initiative hin entstanden ist) weiter existiert, wenn auch mit einer anderen Ausrichtung.

Im Interview nennt Dan Gillmor u.a. Genauigkeit und Fairness als journalistische Tugenden. Eben!

Sie konnten zusammen nicht kommen (3)

Mittwoch, den 22. November 2006

Und haben dennoch tagtäglich miteinander zu tun – JournalistInnen und PR-Fachleute. Dies geschieht nicht immer zum Gaudium der Beteiligten; insbesondere die ersteren beklagen die Flut von (mehr oder minder nützlichen) Pressemitteilungen und -kontakten durch die zweiten. Anderseits wäre das journalistische Leben wohl noch etwas aufreibender, gäbe es nicht den von PR-Profis kanalisierten Informationsfluss.

So lassen sich zumindest die Ergebnisse einer Untersuchung interpretieren, die vor kurzem von der Dr. Hansjörg Wachta GesmbH (PR) und der GOpro! creative Marketing GmbH unter österreichischen JournalistInnen durchgeführt wurde. Demnach stellen Presseaussendungen mit mehr als 95% die am weitesten verbreitete Informationsquelle dar, gefolgt vom Internet (92%) und Interviews (knapp 86%). APA- bzw. andere Agenturmeldungen rangieren im Mittelfeld (66% bzw. 59%). Die gute alte Bibliotheksrecherche rangiert weit hinten (13%), nur Weblogs (knapp 8%) sind als Quell der Daten und Erkenntnisse noch weniger im Schwange (aber das wird sich ändern, wetten?).

In der Nutzungsintensität stellt sich die Situation ohnehin anders dar: Hier führen ziemlich gleichauf die aktive Nachfrage, Interviews und Weblogs, während sich Presseinformationen und Internet (allgemein) im Mittelfeld tummeln. Das Nachsehen hat auch in dieser Fragestellung die Bibliotheksrecherche.

Haupttransportmittel für Presseaussendungen ist E-Mail – und das deckt sich auch mit den grundsätzlichen Vorstellungen der befragten JournalistInnen, wenn da nicht eine wahre Flut herein brechen würde. Bei mehr als 13% raschelt es mehr als 100 Mal in der Inbox. Pro Tag. Nur rund 4% leben quasi in einer ent-emailierten Zone (bis 10 E-Mails täglich). Kein Wunder also, dass JournalistInnen etwas dünnhäutig sind, was den Nutzwert der E-Mails betrifft (die immerhin zu mehr als 50% von PR-Agenturen und -Abteilungen stammen).

Spitzenreiter bei den Faktoren, die für Schaum vorm JournalistInnenmund sorgen, sind werbliche Inhalte, Phrasen und Leerformeln sowie mangelnde Aktualität.

Und wenn man sich noch besondere Freundschaftspunkte erwerben möchte, dann rufe man an und frage nach, ob die E-Mail eh auch angekommen sei.

Sie konnten zusammen nicht kommen (2)

Mittwoch, den 22. November 2006

Dass es sich bei dem spannend-gespannten bi-polaren Arrangement Journalismus-PR keineswegs um ein geschlechtsspezifisches Phänomen handelt, legt eine kurze Meldung im Standard nahe:
Eine PR-Expertin möchte in den Medien nicht mehr als “PR-Lady” bezeichnet (ich würde sagen: gebrandmarkt) werden – eine legitime Forderung -, eine Journalistin von “News” konstatiert in etwas schrägem Deutsch eine “Chemie, die sich nicht verträgt” und eine Agenturchefin verwahrt sich dagegen, “Gschichtldrucker” zu sein.

Ob auch ernsthaft diskutiert wurde, geht aus der Notiz nicht hervor. Die Kommentare in der Online-Ausgabe sind auf jeden Fall umfangreicher und unterhaltsamer (wenn auch zum Teil arg chauvinistisch).

Sie konnten zusammen nicht kommen (1)

Mittwoch, den 22. November 2006

Nein, hier soll es nicht um den First Annual Solstice Synchronized Global Orgasm for Peace gehen, sondern um das ambivalente Verhältnis von Journalismus und PR. Dazu hat (u.a.) am 9. November eine von der “Initiative Qualität im Journalismus” (IQ) und dem Public Relations Verband Austria (PRVA) veranstaltete Podiumsdiskussion stattgefunden.

Nicht dass “Journalisten unter Druck – zwischen seriöser PR und Schleichwerbung” – so das Motto des Abends – substanziell Neues gebracht hätte (der 23. PR-Tag vor zwei Jahren war inhaltlich schon um einiges weiter). Erstaunlich ist aber immerhin, wie hartnäckig sich Voruteile, stereotype Erwartungshaltungen und schlichte Verständnislosigkeit auf pragmatischer wie auf inhaltlich-theoretischer Seite festsetzen. Das gilt leider v.a. für die JournalistInnen, die in den PR-Leuten einerseits Handlanger bei der Infobeschaffung, anderseits lästige Läuse im Pelz und Hürden auf dem Weg zu Interviewpartnern sehen – notwendige Übel mit einem Wort. Über die gesellschaftliche Rolle von Public Relations scheint sich im Medienbereich kaum jemand den Kopf zu zerbrechen, was z.T. sicher auch dem anhaltend erfolglosen Bemühen der PR-Branche geschuldet ist, ihre über das Tagesgeschäft hinaus reichenden Anliegen und Funktionen zu kommunizieren.

Dass aber auch Wissenschafter nicht vor Fehleinschätzungen in Sachen PR gefeit sind, hat beim selben Event der Leipziger Univ.-Prof. für Allgemeine und Spezielle Journalistik, Dr. Michael Haller, eindrucksvoll demonstriert. So, wie er mit Begriffen jongliert hat – so sprach er z.B. von “PR-getriebenen Inhalten”, meinte damit aber werbliche oder Marketing-Maßnahmen -, könnte er sich durchaus für einen Zirkus qualifizieren. Er wurde für seine wissenschaftlich fragwürdigen Ausführungen zu Recht von Franz Bogner kritisiert.

Die Sachverhalte selbst sind nicht neu: Auf der einen Seite der Journalismus (insbesondere der Informationsjournalismus), der sich mit einer zunehmend klaffenden Schere zwischen personeller Ausdünnung und steigenden Anforderungen konfrontiert sieht, auf der anderen Seite eine quantitativ wachsende und ständig professioneller agierende PR-Branche, die eine florierende Menge an Informationen produziert. Auf der einen Seite Medien, die unter ökonomischem Druck redaktionellen Platz (gekennzeichnet oder auch nicht) an Unternehmen/Organisationen veräußert, auf der anderen Seite Unternehmen/Organisation, die sich – durchaus auch mit Hilfe von PR-Agenturen – die ungefilterte Publikation ihrer “Botschaft” einiges kosten lassen. Auf der einen Seite JournalistInnen, die den PR-Leuten aus Unkenntnis ihrer Arbeitsabläufe und -bedingungen das Leben schwer machen, auf der anderen Seite PR-Leute, die – aus eben denselben Wissens- und Erfahrungsdefiziten – den Redakteuren und Redaktricen auf den Geist gehen.

Die Spannungen im Verhältnis werden sich nicht so leicht lösen lassen – und derart verhatschte Beiträge wie jene von Prof. Haller sind ganz sicher nicht hilfreich. Zielführend scheint mir, konsequent an der Professionalisierung beider Berufsgruppen zu arbeiten – vom PRVA und den zahlreichen PR-Ausbildungsangeboten weiß ich, dass es passiert, und die “Initiative Qualität” dürfte auch auf dem richtigen Weg sein.

Grafik-Salz in der Info-Suppe

Mittwoch, den 22. November 2006

Sie sind das Salz in so manchem Artikel: Info-Grafiken. Für die leicht fasslichen optischen Umsetzungen komplexer Daten und Sachverhalte ist in Österreich “Der Auer” seit vielen Jahren eine der ersten Adressen.

Jetzt hat der Inhaber, Hans Auer, sein Weblog “Infografik”: Der Auer” gestartet und damit wohl eine Nische in der deutschsprachigen Blogosphäre besetzt.  Dass es im Auer-Blog um Info-Grafik in allen Lebenslagen geht, versteht sich von selbst. Weniger selbstverständlich sind die vielen Referenzen zu anderen  einschlägigen Ressourcen im Internet – und zu mehr oder weniger direkten Mitbewerbern, für die durchaus lobende Worte abfallen. Das nenn’ ich Transparenz (und Selbstbewusstsein). Aber wer Hans Auer kennt, wird sich auch darüber nicht wundern.

via: Das Textdepot 

Tritt in den intern

Donnerstag, den 5. Oktober 2006

Vom 27. bis 29. September hatten die österreichischen Medien ihre Tage, und gnädigerweise hatte dieses dreitägige Selbstbeweihräucherungsritual der Medien- und Werbebranche – erstmals nach 12 Jahren arroganter Missachtung – den Public Relations eine, wenn auch kleine, Nische eingeräumt. An der Tagesrandkippe durfte eine ziemlich hochrangig besetzte Runde zum Thema “Pressesprecher Alter Ego” (genauso holprig steht es jedenfalls im Programm) diskutieren.

Dass sich zu diesem Veranstaltungsteil nur rund 60 Personen, vorwiegend PR-Profis, einfanden, während sich der Rest der illustren TeilnehmerInnen aus den Nachbarbranchen vermutlich im Lichte ihrer eigenen Bedeutungsschwere sonnten, nimmt das Branchenblatt “intern” (Manstein Verlag) zum Anlass, dem PRVA eine Nase zu drehen. Da wird nicht etwa das schon an Solipsismus grenzende Desinteresse der anderen Kommunikationsdisziplinen aufs Korn genommen, sondern der freiwillige Berufsverband der PR-Treibenden dafür gerüffelt, dass er “seit zwei Jahren auf eine eigene Print-Kommunikation” verzichte.

Nun würde ich ja nie annehmen, das sei die späte Retourkutsche eines Beleidigten, der sich nicht damit abfinden will, dass der PRVA seine Kommunikation im Dezember 2003 komplett auf elektronische Kanäle umgestellt hat, insbesondere auf einen monatlich distribuierten Newsletter und ein Online-Magazin (und neuerdings auch auf Podcast), weil er die vorherige Lösung – eine kommerzielle Kooperation mit dem “horizont”, die dem Verband ganze 6 Seiten übers Jahr verteilt zugestand – als nicht mehr zeitgemäß beurteilt hat.

Ich gehe einmal Spaßes halber davon aus, dass der/die Verantwortliche für den Artikel im “intern 40″ vom 3. Oktober aus tief empfundener Sorge um das Wohlergehen der PR-Branche befand, dass “die Strahlkraft des PRVA in andere Kommunikationsbranchen” deshalb nicht gegeben sein, weil er – anders als die Werber und Marketingleute – auf eine “forcierte printmediale Präsenz” verzichte. Das heißt übersetzt, der/die Autor/in hält die anderen Kommunikationsbranchen für derart rückständig, dass sie das Internet noch nicht entdeckt hätten und nicht für ihre Information und Kommunikation benutzten. So hoffnungslos hinter ihrer Zeit sind die KollegInnen aus Werbung und Marketing nun auch wieder nicht.

Aber aus dem keyboard (oder schreibt man im Manstein Verlag noch mit der “Mechanischen”?) eines “intern”isten ist das schon ziemlich chuzpedig: Immerhin übergeht das Schwestermagazin “horizont” die Entwicklungen, Geschehnisse und Aktivitäten (in) der PR-Branche seit Jahrzehnten geflissentlich. Klar, der Glitzerkram der Werbewelt ist halt allemal “cooler”, “hipper” oder halt sonstwie glamouröser als die PR-Branche, die sich aufgrund ihrer spezifischen Kommunikationsfunktion eher dezent im Hintergrund hält. Selbst bei expliziten PR-Themen werden von der “österreichischen Wochenzeitung für Marketing, Werbung und Medien” (so die Subline des “horizont”; und nein: PR habe ich nicht ausgelassen, die werden gar nicht erst erwähnt) lieber Werbe-Krethi und Marketing-Plethi nach ihrer Meinung gefragt, als dass ein Mitglied des PRVA-Vorstandes um ein qualifiziertes Statement gebeten würde.

Die PR-Branche im Allgemeinen und der PRVA im Besonderen werden in der öffentlichen Wahrnehmung sicher unter ihrem Wert geschlagen, und das sicher auch ein Versäumnis (und damit eine Bringschuld) des PRVA. Es hat jedoch nichts, aber schon gar nichts mit der Entscheidung zu tun, auf das Euro-satte Hofieren eines Mediums zu verzichten, das sich auf das Ignorieren der PR-Branche auch noch etwas einzubilden scheint.

Und keine Sorge: Über die internet-basierten Kommunikationskanäle erreicht der PRVA weitaus mehr als nur seine Mitglieder. Es mögen nicht die brutto 14.000 der “horizont”-Auflage sein, aber dafür sind wir sicher, dass die darüber distribuierten Botschaften die Adressaten auch erreichen. Lieber von rund 2000 unique visitors – nicht nur in Österreich – pro Monat gelesen werden, als von 4×14.000 ignoriert.

Eine Anmerkung, die ich dem PRVA schuldig bin: So wie alle Beiträge in diesem Weblog spiegelt auch (und vor allem) der obige ausschließlich meine eigene Meinung wider. Ich bin Mitglied im PRVA, war auch 6 Jahre in dessen Vorstand, bin sicherlich eine treibende Kraft bei der Entscheidung gewesen, die Verbandskommunikation auf elektronische Formate umzustellen, und betreue die Website, den Newsletter und das Online-Magazin. Die oben ausgeführten kritischen Anmerkungen sind jedoch auf meinem eigenen Mist gewachsen; ich spreche nicht für den PRVA und bin auch nicht beauftragt, dies zu tun. Die Ansichten des PRVA/Vorstandes müssen mit meinen überhaupt nicht konform gehen. Ich bin auch sicher, dass sie es weitaus diplomatischer formulieren würden :-) /M.P.

RSS ist mehr

Mittwoch, den 27. September 2006

Da haben wir gewissermaßen die eierlegende Wollmilchsau des content-Transports im Internet, und dann wird sie “nur” in ein, zwei Nischen nennenswert eingesetzt. Ich rede von RSS (Really Simple Syndication), einem maschinenlesbaren Datenformat, das v.a. im Zusammenhang mit Weblogs und Podcasts als alternatives Verbreitungs- und Subskriptionsmedium bekannt ist. Auf Einfachdeutsch: Der RSS-Feed liefert die Text- und Bildinhalte von Weblogs automatisch regelmäßig frei Haus (in den Feed-Reader oder ins E-Mailprogramm oder auf den Webbrowser), ohne dass man dazu das Weblog/die Website direkt besuchen müsste; und RSS-Feeds können dazu verwendet werden, um Podcasts zu abonnieren und sich ebenso automatisch die jeweils frischesten Episoden aus dem Netz zu ziehen. Rechnet man die im deutschsprachigen Raum noch zaghaften, aber immerhin vorhandenen Ansätze von Online-Medien hinzu, ihre Stories auch als RSS-Feed anzubieten, hat man mehr oder weniger das aktuelle Einsatzgebiet von RSS abgesteckt.

Das wird sich aber in den kommenden Monaten spürbar ändern, wenn man den Auguren glauben darf, die für 2007 ankündigen, dass RSS “abhebt”. Es ist ja auch nicht einzusehen, warum nicht andere Formen der Inhaltsdistribution auf diesem – maschinenlesbaren und daher auf einfache Weise syndizierbaren (remember? really simple syndication!) – Format aufsetzen sollten; auch im PR-Bereich: Newsletter, Presseaussendungen, Terminankündigungen, auch das SPAM-gebeutelte E-Mailsystem, News, Arbeitsgruppen-Koordination, Reporting usw. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt.

Ein interessantes Projekt hat vor kurzem (am 25.9.) RSS-Plattform-Spezialist NewsGator vorgestellt, der in Kooperation mit Directory Xpress zwei Schulen in Florida mit einem RSS-basierten Informationssystem ausgestattet hat. Die Private Label Platform erlaubt es Lehrpersonal, SchülerInnen und Eltern auf einfache Weise miteinander zu kommunizieren und sich auf dem Laufenden zu halten. Über RSS-Feeds können sich die Beteiligten von den Stundenpläne (und deren Änderungen) bis hin zu den aktuellen Menüs der Schulküche über alles informieren, was von Bedeutung erscheint. Zum Leidwesen der SchülerInnen können den Eltern – auch außerhalb der Elternsprechtage – die Fort- oder Rückschritte im Lernerfolg der Sprößlinge signalisiert werden. Die Entscheidung, welche Informationen abgerufen werden, wird auf der Plattform auf individueller Ebene getroffen. Die User entscheiden, welche Informationen für sie relevant sind, und sie erhalten sie quasi in Echtzeit.
Ich bin sicher, dass wir in nächster Zeit von zahlreichen weiteren Beispielen erfahren werden, in denen RSS eine tragende Rolle in den kommunikativen und informativen Beziehungen von Communities spielen wird.


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