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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv der Kategorie ‘Public Relations‘

PR-Ethik, Stufe 2

Dienstag, den 11. März 2008

Am 5. März hat die Generalversammlung des PRVA zwei Beschlüsse gefasst, die für sich genommen vereinsmeierisch und daher wenig aufregend anmuten mögen, die sich aber als folgenreich heraus stellen könnten.

Die erste Entscheidung betrifft die Neudefinition des Ehrenkodex: Bisher fußte die berufsethische Selbstverpflichtung der PRVA-Mitglieder auf dem Athener Kodex (1965) und einem sieben Punkte umfassenden Ehrenkodex, der aufgrund seines Alters nicht unbedingt die Anforderungen der PR im 21. Jahrhundert widerspiegelt.

Nach Durchführung von einigen textlichen Präzisierungen wird künftig von den PRVA-Mitgliedern die Anerkennung des Athener Kodex, des Lissabonner Kodex, der Stockholm Charta und eines auf 24 Punkte erweiterten Ehrenkodex als Grundlage ihres professionellen Verhaltens eingefordert. Darunter befindet sich auch erstmals ein Passus, der explizit auf Online-PR und Social Media Bezug nimmt.

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Wer “suckt” mehr?

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Martin Bredl nimmt sich – gentleman-like wie immer – Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche grosso modo in die Pfanne gehauen. “PR sucks”, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat lang ganz ohne Pressemitteilungen seinen Job zu machen.

Ziehen wir mal die Samthandschuhe aus: Schlechte PR “suckt” genauso wie schlechter Journalismus. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, nicht besonders auszulassen. Aber Georg missversteht (absichtlich?) die Rolle von PR – und auch ihre Leistungen – gründlich. Es ist nicht die Aufgabe von PR, den Journalisten die gesamte Arbeit abzunehmen, indem sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte kommuniziert und die Hintergrundrecherche noch obendrein mitliefert. Wozu bräuchten wir dann noch Lohnschreiberlinge? Ergiebige Kontakte und Netzwerke sowie gewitzte Recherche sind doch schließlich die Chance, sich von den KollegInnen positiv abzuheben und sich zu profilieren.
Wettbewerb nennt sich das.

Unternehmenskommunikation ist in erster Linie dem Wohlergehen des eigenen Unternehmens verpflichtet, in zweiter Linie dem Wohlergehen der Gesellschaft. Das muss niemandem gefallen, ist aber so. Was das in einem (Web 2.0)-Umfeld bedeutet, das sowohl der PR als auch den Medien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt ist, kann jede/r für sich beantworten; meiner Meinung nach sind weder die einen noch die anderen – in Summe – derzeit ausreichend für diese Herausforderung gerüstet.

In seinem Kommentar auf Martins Blog fragt Georg (allen Ernstes?):

“Warum passiert PR nicht über Blogs?”

Vielleicht deswegen, weil der Großteil der JournalistInnen (Georg natürlich ausgenommen!) es dann überhaupt nicht wahrnehmen würden? Oder weil die Medien dann in den Grundfesten erschüttert würden, wenn keiner mehr ihre Gatekeeper-Funktion braucht?

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PolitCamp(en) im Mai

Dienstag, den 27. November 2007

Heinz Wittenbrink hat die Katze aus dem Sack gelassen: Am 30. und 31. Mai 2008 findet an der FH Joanneum das PolitCamp statt, eine Unconference, auf der ausgelotet werden soll, welche Möglichkeiten Web 2.0 für die politische Kommunikation und Meinungsbildung bereit hält. Spannende Sache, also schon mal den Termin vormerken!

Details finden sich auf dem BarCamp-Wiki.

PR Conversations im medianet

Dienstag, den 13. November 2007

Werner Schuster hat aus zwei Gesprächen, die wir heuer miteinander geführt haben, einen ausführlichen Artikel gedrechselt, der in der Ausgabe vom 13.11. des medianet (Online- und Print-Ausgabe) erschienen ist. Unter dem Titel “Vom PR-Kirtag zur Wahlkampf-PR” geht es vor allem um das kollektive internationale PR-Blog PR Conversations und um die Frage, welche Fragen Social Media für die Public Relations aufwerfen. Allfällige Dummheiten und Absurditäten sind auf meine Antworten, nicht auf seine Fragen zurückzuführen.

Werner Schuster betreibt übrigens ein bemerkenswertes Literatur(kritik)-Blog mit dem trefflichen Namen Eselsohren.

Notwehrüberschreitung

Donnerstag, den 1. November 2007

Chris Anderson, Chefredakteur des Wired Magazine, Buchautor und Blogger, hatte eine Schnapsidee: Der vielen unwillkommenen Presseaussendungen überdrüssig, die täglich in seinem E-Mail-Postfach aufschlagen (er spricht von rund 300), hat er zu einem ziemlich drastischen Mittel gegriffen. In seinem Blog “The Long Tail” hat er einfach die E-Mailadressen von rund 350 “ÜbeltäterInnen” publiziert, die seiner Ansicht nach einfach “zu faul” gewesen seien zu recherchieren, wem sie die Mitteilungen korrekterweise hätten zukommen lassen sollen. (Aufschlussreich sind die zahlreichen Kommentare.)

Ich verstehe zwar den Unmut, der sich aus der lästigen Bürde speist, andauernd aus einem Haufen von Spreu jene paar Weizenkörner herauszusuchen, die für die eigene Arbeit brauchbar sind. Ich könnte auch noch nachvollziehen, wenn Anderson – in einer Art Notwehrreflex – die Absenderadressen in seinem E-Mailprogramm einfach ausfiltert (was er ja auch seinen Angaben zufolge auch tut), auch wenn ich mich frage, auf welch abgehobenem Niveau sich der Herr bereits bewegt.
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C-Level Repper?

Dienstag, den 30. Oktober 2007

Ja, ja, Repper. Nicht Ripper, nicht Rapper. Repper. Und C-Level nicht im Sinne von drittklassig, sondern ober(st)e Managementebene (CEO, CFO, CIO, CTO, CBO* usw.). Wenn dies alles noch zu kryptisch sein sollte: Eine Managerbefragung zum Thema “Meine Reputation im Netz – ein unkalkulierbares Risiko” wollte von deutschen Managern wissen, wie sie es denn mit ihrer Online-Reputation (digital reputation / eReputation) hielten.

Ergebnis kurz gefasst: Mehr als 80% des Samples (250 Personen) befassen sich (regelmäßig/gelegentlich) mit ihrer Online-Reputation und 76% ist diese (sehr) wichtig. Und fast 93% sind der Meinung, dass die Bedeutung der eReputation künftig noch zunehmen wird.

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Politiker in (Kommunikations-)Not (1)

Montag, den 15. Oktober 2007

Politiker gehören zu jenen Berufsausübenden, die in besonderem Maße professioneller PR-Beratung bedürfen. Aber nicht immer erhalten (wollen).

Nehmen wir beispielweise einen ehemaligen Vizekanzler der Republik Österreich, den das widrige Schicksal eines ungünstigen Wahlausganges in die Wirtschaft verschlug und der sich zur Auffrischung der in Amtszeiten erlangten Kontakte unzureichender Mittel bediente, sowohl was das Briefpapier als auch was die Sprache betraf.

Die Details (“The world in Vorarlberg is too small …”) dürfen als einigermaßen bekannt voraus gesetzt werden. Mich interessiert hier aber mehr, ob bzw. wie PR dieses Desaster für die Reputation eines ehemaligen Spitzenpolitikers hätte verhindern können:

Ein schlechter PR-Berater hätte möglicherweise dazu geraten, die Sache als Versehen eines übereifrigen Mitarbeiters hinzustellen, der das Rohkonzept des Briefes, das zufällig auf einem herum liegenden Bogen ministrialen Briefpapiers verfasst wurde, als dessen Endfassung angesehen und verschickt habe. Wir haben in Österreich schon Haar sträubendere Geschichten gehört und gelesen.

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Einmal im Wall Street Journal sein

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Manchmal dauert es lange, bis Träume wahr werden. Obwohl damals, als wir das Online-Projekt “Wein aus Österreich” für unseren Langzeitkunden ÖWM umgesetzt haben, hätten wir nicht einmal im Traum daran gedacht, es jemals in ein Medium wie das Wall Street Journal (WSJ) zu schaffen. Und dennoch ist es jetzt “passiert”.

In einem etwas mehr als 3-minütigen Video stellen Dorothy Gaiter und John Brecher, Weinexperten des WSJ, die österreichische Weinspezialität “Grüner Veltliner” vor, bei dessen Aussprache sich so manche anglophone Zunge verknotet. Für dieses Problem haben wir – zusammen mit der US-amerikanischen, in Tirol lebenden Weinjournalistin Julia Sevenich – schon vor gut 5 Jahren eine Hilfestellung in Form von akustischen Sprachsamples entwickelt.

Ein wohltuendes Gefühl zu hören, wie John Brecher den nach richtiger Aussprache Suchenden empfiehlt: “… in this case you go to this really terrific site called winesfromaustria.com …” Es sind zwar nur ein paar Sekunden, in denen die Website zu sehen ist, aber Hand aufs Herz: was will man mehr als die “15 seconds of fame”?

Spieglein, Spieglein …

Donnerstag, den 4. Oktober 2007

Peter Kafka vom Silicon Alley Insider listet in seinem Beitrag vom 1. Oktober die “Top Ten Lies PR Agencies Tell Their Clients”. Darunter finden sich klassische Klassiker wie “Your account is in the best possible hands” oder moderne Klassiker á la “We know Web 2.0″.

Die Lektüre eignet sich bestens für eine kleine Gewissenserforschung: Wenn Sie sich bei mehr als 2 Punkten eingestehen müssen, es auch nicht anders zu machen, dann sollten Sie vielleicht Ihr Verständnis von der Rolle der PR-Profession noch einmal überdenken.

Aber nicht schwindeln! ;-)

(Für den Hinweis danke ich Judy Gombita/PR Conversations)

Richtungsweisend: Reputation Management System

Montag, den 24. September 2007

Vor kurzem erhielt die Telekom Austria Festnetz den Deutschen PR Preis in der Kategorie Wertschöpfung durch Kommunikation. Die Auszeichung wurde für das Projekt Reputationsmanagementsystem verliehen, das in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Diana Ingenhoff von der Universität Fribourg entwickelt wurde. (Ich habe im März 2007 für die PRVAnews davon berichtet.)

Offensichtlich ist es gelungen, auch die Jury von der praktischen Bedeutung des ziemlich komplexen Systems “für die Steuerung und Bewertung von Kommunikationsleistungen in Unternehmen” zu überzeugen.

Herzliche Gratulation, Martin :-)


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