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virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv der Kategorie ‘Social Media‘

Ausweg für die Königskinder?

Dienstag, den 9. September 2008

Nachdem ich vor ein paar Tagen ordentlich Dampf abgelassen habe, kommt jetzt der konstruktive Vorschlag, für den sich vielleicht auch Georg Holzer erwärmen kann (der mir meine scharfe Replik anscheinend nicht krumm nimmt; jedenfalls redet er noch mit mir :-) .

Die Ausgangssituation ist bekannt und so alt wie die beiden Berufsgruppen: JournalistInnen hie, PR-Leute da. Ihre Beziehung ist komplex und wird von subtilen Faktoren beeinflusst. Beiden ist bewusst, dass sie voneinander abhängig sind und einander brauchen: Für die PR sind Medien ein wichtiger Partner und Multiplikator der eigenen Botschaften; und die JournalistInnen könnten ohne die Leistungen der PR nicht aus dem riesigen Reservoir an Informationen schöpfen, das ihnen heute zur Verfügung steht.

Soweit die Idylle. In der Realität spießt es sich aber oft, zu oft, an allen Ecken und Enden. Nicht immer ist professioneller Umgang und gegenseitiger Respekt die Grundlage der Beziehung. Mich interessiert hier aber nicht die Schuldzuweisung (den Schwarzen Peter erhält in der Eigenwahrnehmung ohnehin immer die Gegenseite zugeschoben), sondern eine mögliche Lösung zumindest einiger Probleme der Media Relations.

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Wahlzeit. Na Mahlzeit!

Donnerstag, den 28. August 2008

Ein sportliches Großereignis jagt das andere. Zuerst die olympischen Sommerspiele, jetzt der Marathon um die preziösen Stimmen des Wahlvolkes. Einen Monat lang, von heute gerechnet, wetteifern PolitikerInnen und ihre beratenden Stäbe darin, ideologische Grundlagen zu griffigen Plakatslogans und komplexe gesellschaftspolitische Weichenstellungen zu publikumswirksamen Wahlkampfsagern zu dehydrieren. In einem Monat ist das skurrile Schauspiel vorbei, und wir bekommen die Rechnung dafür präsentiert, den simplizifierten Einflüsterungen der Handlungsreisenden in Sachen Mandaten so oder so erlegen zu sein.

Dass das Wahlkampfareal aber nicht gänzlich zur durchemotionalisierten, denkbefreiten Zone degenerieren muss, zeigen zwei Projekte, die allen ernsthaft an politischen Fragen interessierten Menschen ans Herz gelegt seien:

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Wir sind nicht Obama

Donnerstag, den 21. August 2008

Wahlkampf is. Also jene Phase in den – immer weniger kalkulierbaren – politischen Jahreszeiten, in der es die inhaltsleere Phrasenstreu besonders aufdringlich durch die Gegend weht. (Zweifler bitte hier nachlesen.) Im Vergleich zu 2006 stehen den Stimmenfängern und -fängerinnen neue Tools zur Verfügung (böses Web 2.0! :-) , von denen sie ungeniert – weitgehend unbedarft und konventionell – Gebrauch machen.

Das Positive zuerst

Die rühmliche Ausnahme im Tanz um die Mandate bilden (bisher) die Grünen. Initiiert von Christoph Chorherr (anscheinend nicht ohne fachkundige Einflüsterungen seitens Helge Fahrnberger) startete ein Experiment in Crowdsourcing (in diesem Fall das Anzapfen kollektiver Kreativität), das nicht nur Dutzende Plakatentwürfe in teilweise professioneller Qualität, mit Witz und politischer Schärfe produzierte, sondern auch zu erheblicher medialer Beachtung geführt hat.

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Barcampen am See

Montag, den 28. Juli 2008

Vom 22. bis zum 23. August 2008 findet in Traunkirchen am Traunsee ein BarCamp statt, das unter dem Motto “Social Media Review” eine kritisch-selektive Bestandsaufnahme des Status quo in Sachen social web versuchen wird. Die Liste der vorgeschlagenen Themen liest sich schon recht anregend, aber wie es sich bei dieser Art von Un-Konferenz gehört, kann sich vor Ort noch einiges (oder alles) ändern. Ich plane einen kleinen Streifzug durch die diversen Social Networks für Public Relations – falls es die Teilnehmenden überhaupt interessiert :-)

Da das BarCamp Traunsee in die Haupturlaubszeit fällt, ist es sehr ratsam, so rasch wie möglich für Unterkunft zu sorgen. Vieles ist schon ausgebucht.

Durchstarter mögen Social Media

Montag, den 28. Juli 2008

Wachstumsstarke Unternehmen wissen mehr mit Sozialen Medien anzufangen als die Platzhirschen der Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der University of Massachusetts Dartmouth, in der Zugang zu und Nutzung von ausgewählten Social Media Tools untersucht wurden. Verglichen wurde, ob sich signifikante Unterschiede zwischen den Inc. 500 (den am schnellsten wachsenden Unternehmen der USA; gibt es eigentlich eine ähnliche Liste in Österreich?) und den Fortune 500 (den größten Firmen) feststellen lassen.

Und wie sie sich feststellen lassen! Schon im Vorjahr lagen die Inc. 500 bei corporate blogs voran: 19% nutzten Blogs, während die Fortune 500 nur auf 8% kamen. Diesmal ist der Abstand noch deutlicher: Inc. 500 haben auf 39% verdoppelt, die Wirtschaftskolosse lediglich um schlappe 3,8%-Punkte zugelegt (statistische Ungenauigkeit: +/- 5%).

Die in der Befragung berücksichtigten Tools (Social Networks, Bulletin Boards, Blogs, Online Video, Podcasts, Wikis) erfreuen sich allerdings nicht gleichen Zuspruchs und zeigen im Jahresabstand auch voneinander abweichende Entwicklungsgeschwindigkeiten: Am bekanntesten war den Inc. 500 schon 2007 Social Networking (42%); Wikis dagegen sagten nur 16% etwas. 2008 liegen Social Networks zwar immer noch vorne (57%), Online Video (55%), Blogs (52%) und Wikis (35%) haben aber stark aufgeholt.

Soziale Medien sind in (signifikanten Teilen) der Wirtschaft angekommen.

In den USA.

Zwei hoffentlich insignifikante Signale

Donnerstag, den 5. Juni 2008

1.
Ich bekomme öfter Anfragen von Studierenden, die mich (und andere) für ihre Masterthesen/Diplomarbeiten etc. interviewen wollen. Manchmal, wenn die Anfrage verlockend genug ist, kann ich sogar die Zeit dafür erübrigen. Und selten, ganz selten erhalte ich dann ein Exemplar der fertigen Arbeit, so wie vor kurzem. Da finde ich einen PR-Kollegen zitiert: “Weblogs funktionieren (…) am besten, wenn sie (…) sehr persönlich sind, (…) weil es Voyeurismus befriedigt. Das Spannende an einem Weblog ist eigentlich Voyeurismus.”

Wie bitte? (Über den sorglosen Umgang mit Begriffen mag ich mich gar nicht erst aufregen.)

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Si tacuisses

Freitag, den 30. Mai 2008

Manchmal ist es besser, man sagt nichts. Und manchmal steht einem der Mund vor ungläubigem Staunen derart offen, dass an verbale Äußerung erst gar nicht zu denken ist. Gerade ist mir derartiges widerfahren, nämlich beim 26. PR-Tag, den der PRVA am 29. Mai veranstaltet hat.

Ich bin ja schon über viele abstruse Ideen gestolpert, aber Österreich aktuell auf dem Weg in den Kommunismus zu sehen, in die universitäre Forschung und Lehre eingebundene Philosophen als willfährige, hörige Kolporteure der fiesen Absichten des Staates zu apostrophieren, Nettotransferleistungsbezieher – u.a. die PensionistInnen – mehr oder weniger als Sozialschmarotzer darzustellen und die staatlichen Sozialleistungen als durch Gewaltandrohung aufgezwungene Verträge für Vollidioten zu desavouieren, dazu braucht es schon einen “freien Philosophen”. Da er seine Appanage nicht vom Staat, sondern von privatwirtschaftlichen Unternehmen bezieht, die ihn buchen, sagt er natürlich die Wahrheit. Und die Erde ist eine Scheibe.

Wenn Sie nicht dort waren, erraten Sie nie, was das Thema hätte sein sollen. – Wirtschaftsethik. Aber die, so der “freie Philosoph”, sei sowieso nur ein Kennzeichen von Diktaturen.

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So geht’s!

Donnerstag, den 29. Mai 2008

Zugegeben, ich teile gerne aus. Aber nicht nur im kritisch-negativen Sinn, sondern auch Lob, dort wo es angebracht ist. Und wenn eine PR-Agentur die Zeichen der Zeit erkannt hat, dann ist mir das immer eine gebührende Hervorhebung wert.

In diesem Fall gilt mein Applaus der paneuropäischen PR-Agentur Trimedia, die zunehmend den veränderten Kommunikationsbedingungen des social web Rechnung trägt und dies auch in einem kollektiven Blog von MitarbeiterInnen der diversen Standorte und ExpertInnen dokumentiert.

Davon profitiert natürlich auch die österreichische Trimedia-Niederlassung, die sich in der heimischen PR-Agenturszene damit im Vorderfeld befindet und – hoffentlich – Vorbildwirkung haben wird. Den TrimedianerInnen wünsche ich mehr Kommentare, v.a. von dritter Seite, in ihrem Blog.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber auch loswerden: Die RSS-Feeds habe ich erst suchen müssen, und warum es ein Blog und ein Trendblog – beide mit identem Inhalt (jedenfalls auf den ersten Blick) – gibt, kann ich mir auch nicht erklären. Ich halte das für nicht sehr intuitiv. Aber das ist eine Marginalie.

An alle anderen: Beispiel nehmen, nachmachen.

Drei Tage eingenetzt

Dienstag, den 27. Mai 2008

Kein Wort zur Kicker-EM. Nicht von mir. Einer Veranstaltung, die Menschen dazu verleitet, ihre Fahrzeuge freiwillig zu beflaggen, gehört meine tiefste Skepsis. Ich tummle mich lieber auf anderen Events, die – obwohl thematisch weit politischer – zu keinerlei Fahnenschwingerei animieren.

Gelegenheit zum Netzwerken gibt es Ende Mai gleich zwei Mal: in Wien beim 26. Österreichischen PR-Tag des PRVA (29.5.) und beim PolitCamp in Graz (30.-31.5.). So unterschiedlich die beiden Veranstaltungen auch sein mögen – die eine ganz, auch thematisch, durchorganisierte Konferenz, die andere überwiegend von den Teilnehmenden frei gestaltete Un-Konferenz -, inhaltliche Berührungspunkte gibt es doch:

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Auf nach Brüssel

Dienstag, den 11. März 2008

Am Donnerstag, dem 13. März, findet nicht nur der EU-Gipfel statt (der mich trotz der Themen Klimawandel und Mittelmeerunion hier weniger interessiert), sondern es beginnt auch die EuroBlog 2008. Die Veranstaltung – von EUPRERA in Kooperation mit der PR-Agentur Edelman aufgezogen – bietet die Plattform für einen Dialog von PR-Forschern und -Praktikern, der sich mit nichts Geringerem befasst als mit “Social media and the future of PR: New ideas, new research, new business”.

Das Programm liest sich zwar etwas “akademischer” als im Vorjahr (jedenfalls für meinen Geschmack), aber die lange Liste der Kapazunder, die dort diskutieren und präsentieren werden, verspricht genug Futter fürs Hirn. Und Brüssels Gastronomie besorgt den Rest :-)

Ich kann’s nicht garantieren, habe aber vor, über einige der Highlights möglichst ohne großen Zeitverlust zu bloggen. Rasch Entschlossene können sich noch zur EuroBlog anmelden; wer es nicht nach Brüssel schafft, kann die Konferenz auch live übers Internet inhalieren.


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