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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv des Tags ‘journalismus’

Wer “suckt” mehr?

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Martin Bredl nimmt sich - gentleman-like wie immer - Georg Holzer zur Brust. Dieser hatte in seinem Blog am 29. November gleich die ganze PR-Branche grosso modo in die Pfanne gehauen. “PR sucks”, meint Georg, weil in den Presseaussendungen nie die ganze Wahrheit stünde. Martin empfiehlt ihm als Radikalkur den Versuch, doch einmal ein Monat lang ganz ohne Pressemitteilungen seinen Job zu machen.

Ziehen wir mal die Samthandschuhe aus: Schlechte PR “suckt” genauso wie schlechter Journalismus. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, nicht besonders auszulassen. Aber Georg missversteht (absichtlich?) die Rolle von PR - und auch ihre Leistungen - gründlich. Es ist nicht die Aufgabe von PR, den Journalisten die gesamte Arbeit abzunehmen, indem sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte kommuniziert und die Hintergrundrecherche noch obendrein mitliefert. Wozu bräuchten wir dann noch Lohnschreiberlinge? Ergiebige Kontakte und Netzwerke sowie gewitzte Recherche sind doch schließlich die Chance, sich von den KollegInnen positiv abzuheben und sich zu profilieren.
Wettbewerb nennt sich das.

Unternehmenskommunikation ist in erster Linie dem Wohlergehen des eigenen Unternehmens verpflichtet, in zweiter Linie dem Wohlergehen der Gesellschaft. Das muss niemandem gefallen, ist aber so. Was das in einem (Web 2.0)-Umfeld bedeutet, das sowohl der PR als auch den Medien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt ist, kann jede/r für sich beantworten; meiner Meinung nach sind weder die einen noch die anderen - in Summe - derzeit ausreichend für diese Herausforderung gerüstet.

In seinem Kommentar auf Martins Blog fragt Georg (allen Ernstes?):

“Warum passiert PR nicht über Blogs?”

Vielleicht deswegen, weil der Großteil der JournalistInnen (Georg natürlich ausgenommen!) es dann überhaupt nicht wahrnehmen würden? Oder weil die Medien dann in den Grundfesten erschüttert würden, wenn keiner mehr ihre Gatekeeper-Funktion braucht?

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Konki je t’adore

Montag, den 12. November 2007

Als Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes hat man es echt nicht leicht. Da müht sich der Herr Konken redlich, dem Ausbund allen kommunikativen Übels, also dem Internet, das Gesicht von der verleumderischen Fratze zu reißen und der Welt (nein, nicht der Zeitung, sondern diesem globalen Dingsda) die Augen zu öffnen, und schon fällt ihm einer der vom Internetvirus offensichtlich heftigst befallenen Unterläuf… Kollegen beckmesserisch in den Rücken.

Das musste ja schon einmal gesagt werden:

“Blogs sind (…) eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.” (Quelle: Konken-Rede zum DJV-Verbandstag 2007)

Wer allen Ernstes solchen Unsinn verzapft, dessen Borniertheit wird wohl nur von seiner Ahnungslosigkeit übertroffen.

Thomas Knüwer (Handelsblatt) macht es sich aber nicht so einfach wie ich und zerzaust seinen Vorsitzenden nach allen Regeln der Kunst. Chapeau!

New Media Journalist Award 2007

Mittwoch, den 25. April 2007

Mit dem (in perfektem Neudeutsch so titulierten) New Media Journalist Award wurde heuer Helmut Spudich, Spezialist für alles Internette und Digitaltechnologische bei der Tageszeitung “DerStandard” ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung unter anderem auch dafür, dass er nicht nur über Technik und Medienformate berichtet, sondern auch auf deren Auswirkungen auf die Gesellschaft hinweist. Preisträger im Vorjahr war Georg Holzer, Kleine Zeitung (Kärnten).
Herzliche Gratulation!

(via: horizont)

Schauspiel

Dienstag, den 16. Januar 2007

Bewahrheitet sich Thomas Knüwers Vorhersage für 2007, dann steht der deutschen Medienbranche ein Schauspiel bevor, das einem innerjournalistischen Bürgerkrieg nahe zu kommen scheint. Der Handelsblatt-Journalist und Blogger (Indiskretion Ehrensache) verheißt uns nicht weniger als nuntia et circenses (man verzeihe mein eingerostetes Latein).

Die Kontrahenten: Innovative, internet-literate, aktuellen Entwicklungen aufgeschlossene KollegInnen, die auch einer Mehrleistung nicht abgeneigt sind, auf der einen Seite. Ihnen gegenüber die Mehrheit der JournalistInnen und Medienleute, die den Status quo der eigenen Qualifikation und jenen der Branche am liebsten auf ewig in Beton gießen möchten. Hie die “Monolith(en) der Meinung”; die Sprengmeister überkommener Strukturen dort.

Es ist nicht verwegen, grundsätzlich ähnliche Dispositionen auch für die heimische Medienszene anzunehmen, auch wenn es sich in Österreich wohl kaum auf den “Beginn eines Guerillakrieges” zuspitzen wird. Hier beißt man lieber auf Schaumgummi als auf Granit, auch wenn das unweigerlich zum Beißkrampf führt.