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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Winzerblog

Schande, dass ich erst jetzt, vier Monate nach dessen Start, auf dem Winzerblog gelandet bin. Seit Mitte September 2006 gewähren sechs WinzerInnen aus dem Weinviertel fast täglich Einblick nicht nur in ihren beruflichen Alltag. Als initialer Ideenspender scheint Weinviertel Tourismus auf, und dass es sich um eine gute Idee gehandelt hat, darauf deutet der vierte Platz in der Kategorie Tourismus der deutschen Top 100 Business Blogs hin (auch wenn es dort fälschlicherweise mit der deutschen Flagge gekennzeichnet ist).

In Ton und Thematik sehr authentisch und bodenständig, sorgt (ausgerechnet!) ein Weinblog für Ernüchterung - und zwar für jene, deren Weinverständnis zwischen “kommt aus der Flasche” und Buschenschankromantik oszilliert. Weinbau ist harte, Natur nahe Arbeit, manchmal ein bisschen Kunst(handwerk), und belohnt beileibe nicht immer mit einem genussreichen Erlebnis.

Auch wenn die bloggenden WinzerInnen wohl nicht aus der untersten Schicht des Nähkästchens plaudern, so ist die Offenheit, mit der sie ihren Alltag ausbreiten, beeindruckend und lesenswert. Und verblüffend ist auch, dass sie gerade in der Erntezeit, in der normalerweise Arbeitszeiten anfallen, die dem durchschnittlichen Bürohocker den kalten Angstschweiß auf die Stirne treiben würden, noch Zeit zum Bloggen gefunden haben. Alle Achtung.
Für mich stellt sich die Frage, ob es sich für die Winzerblogger lohnt, auch im trockenen wirtschaftlichen Sinn. Der zeitliche Aufwand ist nicht unbeträchtlich, und Winzer zählen in der Regel nicht eben zu den unterbeschäftigten Menschen. Aber vielleicht ziehen sie ja im Herbst Resüme über ein Jahr Winzerblog, dann werden wir ja sehen.

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