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"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv des Tags ‘barrierefreiheit’

Auf zum Wein

Mittwoch, den 19. März 2008

Seit 17. März ist ein Web-Projekt online, das uns in den vergangenen 3 Monaten ziemlich eindrücklich beschäftigt hat: “Auf zum Wein” basiert auf dem strategischen Ziel der ÖWM, den Ab-Hof-Verkauf heimischer Weinbaubetriebe zu fördern.

Um es vorweg zu nehmen: “Auf zum Wein” ist keine Social-Media-Plattform, sondern eher ein weintouristisches Portal, in dem der Inhalt aus mehreren Datenbanken zusammenfließt: detaillierte Informationen über österreichische Winzer (Grundvoraussetzung: Ab-Hof-Verkauf), Buschenschanken und Heurige (insbesondere die ausgezeichneten Buschenschenken und Top-Heurigen), gastronomische, touristische und kulturelle Angebote des jeweiligen Weinbaugebietes sowie eine umfangreiche Sammlung von Veranstaltungsterminen.

Die einzelnen Betriebe werden auf einer interaktiven Landkarte (via Google Maps) angezeigt, die auch eine einfache Form der Routenplanung erlaubt. Registrierte User können eine beliebige Anzahl von Winzern und Terminen in einem persönlichen Bereich speichern und damit ihre nächsten Ausflüge planen.

Großes Augenmerk haben wir darauf gelegt, die Website möglichst barrierearm zu gestalten (auch wenn wir auf eine Kennzeichnung nach WAI A/AA/AAA bewusst verzichtet haben).

Kommentare, Anregungen, Kritik sind äußerst willkommen - denn dieses war sicher nur der erste Schritt…

Accessibility Blog Parade 2007

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Vom 10.10. bis 11.11.2007 veranstaltet der Verein MAiN (Medienarbeit integrativ) zusammen mit Robert Lender die Accessibility Blog Parade 2007. Erwarten Sie jetzt bitte keine extravagant gekleideten Menschentrauben, die eine Kolonne von Trucks umtanzen, die die Umgebung so eindrücklich beschallen, dass es den Ruß vergangener Jahrzehnten von den Gründerzeitfassaden klopft. Das ist nicht die Love Parade.

Worum es geht bei der Accessibility Blog Parade geht, lässt der Untertitel - “Über Barrieren im Netz” - erahnen, und die Erläuterungen im MAiN-Blog schaffen endgültige Klarheit. Hier kann ich mir (und Ihnen) also meine übliche Weitschweifigkeit ersparen.

Blogger, die etwas zum Thema Barrieren im Netz und deren Überwindung zu sagen haben, sollten ohne Umschweife die Tastaturen ölen, Nichtblogger sollten die mannigfaltigen Kommentarmöglichkeiten hemmungslos nutzen.

Am interessantesten ist die Blog Parade aber für jene, die weder bloggen, noch von Barrierefreiheit eine Ahnung haben: Auf sie wartet eine geradezu  bewusstseinserweiternde Erfahrung. Ganz legal!

Etikettenschwindel

Dienstag, den 2. Oktober 2007

Wie macht man eine Website ohne Aufwand barrierefrei? Bevor Sie sich das Hirn zermartern, liefere ich lieber gleich die Antwort: Man pappt einfach das offiziöse WAI-Icon des W3C (World Wide Web Consortium), am besten gleich WAI-AA oder gar Triple-A ans Ende der Startseite.

Nach dem schönen Motto: “Never attribute to malice what can be adequately explained by stupidity” unterstelle ich nicht, dass derartige Praktiken aus böser Absicht passieren; vielmehr vermute ich dahinter einfach mangelndes Fachwissen.

Im Glauben an das Gute im Menschen gehe ich also auch bei der Website des WAFF davon aus, dass hier nicht die Bezugsgruppen, der Kunde oder sonstwer hinters Licht geführt werden sollten, sondern unzulängliches Know how oder der Glaube an die Unbestechlichkeit technischer Hilfsmittel für den beherzten Griff nach der AA-Plakette verantwortlich sind.

Etikettenschwindel ist es dennoch: Diejenigen, die auf die barrierearme Gestaltung des Online-Informationsangebotes am meisten angewiesen sind - Menschen mit Behinderungen - sind die Angeschmierten. Die WAFF-Site ist - leider! - nur eine von vielen, was für mich die Frage auswirft, was ein WAI-Banner wert sein soll, wenn es keinerlei Kontrolle unterliegt.

Wörter und ihre Bedeutung

Samstag, den 7. April 2007

Hoch erfreut lese ich in der Ausgabe 11 des “horizont” vom 16.3. (S. 8), dass die “Welt am Sonntag” seit Februar barrierefrei sei. Von Rechts wegen müssten sie in Deutschland - anders als in Österreich - ja nicht, nur die digitalen Informationsangebote der öffentlichen Hand müssen barrierefrei sein. Toll, ein Schritt in die richtige Richtung, gelebte CSR usw., denke ich.

Weiter im Text wird der stellvertretende Chefredakteur (Romanus Otte) jedoch so zitiert, dass die Welt online schrankenfrei zugänglich ist: Es ist keine Registrierung erforderlich und das Archiv kostenlos verfügbar.

Hallo, “horizont”: Barrierefrei und schrankenfrei sind zwei (sehr unterschiedliche) Paar Schuhe. Vielleicht solltet ihr doch hin und wieder nachlesen, damit euch nicht die Wörter und ihre Bedeutungen durcheinander geraten.

Borniert

Montag, den 12. Februar 2007

Keine Sorge, ich werde mich hier nicht zu den kardinalen (Ent-)Äußerungen über den Intelligent Design Hokuspokus auslassen, obwohl das auch ein lohnendes Thema werden könnte. Aus gegebenem Anlass greife ich eine andere nachhaltige Borniertheit auf:

Eine im Auftrag der Vereinten Nationen durchgeführten Untersuchung von 100 Websites führender Unternehmen (Reise, Banken, Medien, Handel) sowie von Regierungsstellen hat ergeben, dass diese - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht barrierefrei sind.

78% der Websites wiesen zu geringe Farbkontraste auf, 87% beglückten die nichts ahnenden BesucherInnen mit Pop-ups, 92% waren nicht via Tastatur zu navigieren und 93% lieferten keine Textentsprechungen für grafische Inhalte. Lediglich drei (!) Informationsangebote scheinen die Anforderungen (nach WCAG 1.0) erfüllt zu haben: www.bundeskanzlerin.de, www.la-moncloa.es/default.htm und www.primeminister.gov.uk.

Es wäre zu einfach, dieses kapitale Versagen nur den Webdesignern allein in die Schuhe zu schieben. Die anhaltende Ignoranz in Sachen Barrierefreiheit (oder Abbau von Behinderungen, oder Verbesserung von Zugänglichkeit und Gebrauchstauglichkeit - Usability und Accessibility - von z.B. Online-Informationsangeboten) zieht sich durch alle Kommunikationsbranchen.

Es wäre an der Zeit, aufzuwachen und sich um Intelligentes (Web)Design zu kümmern. Und sollte es an ausreichender Motivation mangeln, empfehle ich das seit 1.1.2006 geltende Behindertengleichstellungsgesetz als Bettlektüre. Ich kann aber nicht garantieren, dass Sie dann noch ruhig schlafen.

Oder machen Sie es wie die Telekom Austria.

(via: Trevor Cook/Corporate Engagement


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