Sollten Sie heute Vormittag durch einen Brüller in Urschrei-Lautstärke aus Ihrer wochenplanerischen Kontemplation gerissen worden sein: sorry, das war ich. Auslöser der vehementen akustischen Entäußerung war eine Einladung zu einem “Profiworkshop”, die ich in meinem Fax(!)gerät vorgefunden habe: “Weblogs: Chancen & Risken für die Unternehmenskommunikation”.
Es wirkt unerhört professionell und glaubwürdig (ganz Brecht’scher Verfremdungseffekt?), eine Veranstaltung zu einem “Tech 2.0″-Thema mit “Tech 0.5″-Werkzeugen zu promoten. Wir dreschen ja auch die Mikrochips mit dem Faustkeil in die Platinen. Es ist umso unverständlicher, als dem Veranstalter meine E-Mailadresse wohlbekannt ist.
Der zweite Auslöser und Schreikraftverstärker ist der Titel. Leute, fällt euch wirklich nichts mehr anderes ein als das öde “Weblogs: Chancen und Risken für …”? Ich kann’s nicht mehr hören/lesen. Bekäme ich für jede dokumentierte Einfallslosigkeit bei der Titelwahl einen Euro, könnte ich mir den Profiworkshop (EUR 595,- + MWSt.) locker leisten. Denn inhaltlich kann man sich bei Referenten wie Rainer Bartel (”rainer sacht“) und Thomas Knüwer (”Indiskretion Ehrensache“) doch einiges an Qualität erwarten.
Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass sie sich mit dem Titel und der technischen Form der Ankündigung wirklich so hundertprozentig identifizieren können.