ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv des Tags ‘medientage’

Spielverderber

Samstag, den 13. Oktober 2007

Was wohl gewesen wäre, hätte der Journalistik-Professor Philip Meyer (University of North Carolina at Chapel Hill) anlässlich der Medientage die Keynote gehalten und den versammelten (Print-)Jubilierern das Folgende zu kauen gegeben?

“How the information is moved - (…) - will not be nearly as important as the reputation of the creators of the content. Earning that reputation may require the creativity and the courage to try radical new techniques in the gathering, analysis, and presentation of news. It might require a radically different definition of the news provider’s responsibility to the community (…)” (aus: The Vanishing Newspaper, 2004 University of Missouri Press)

Meine Vermutung: Sie hätten sich insgeheim gefragt, wer denn den Spielverderber eingeladen hat.

Geh, haptik ned so

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

(Es reicht mir offenbar doch noch nicht.) Die Medientage scheinen u.a. eine Plattform gewesen zu sein, auf der sich Medienleute als Dead-Tree-Lover outen durften, ohne gleich scheel angeschaut zu werden. Was haben Föderl-Schmid (Der Standard), Georg Wailand (Kronen Zeitung), Maximilian Mondel (horizont) und sicher noch viele Andere, Ungenannte gemeinsam? Sie sind Papier-Erotiker.

Die Haptik. Sie scheint der Medienbranche so etwas zu bedeuten wie die Transsubstantiation eines medienindustriellen Komposits zum Bedeutungsträger. Leider ist das aber bloß “pulp fiction“.

Ich stell mir gerade vor, wie die Riege am Ende der Veranstaltung aus dem Saal defiliert, das jeweilige Blattl in der Hand schwenkt und dazu singt:
“Haptik, Haptik,
das ist die neue Taktik,
der Medienindustrie.”

Die Medien hatten ihre Tage

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

Zugegeben, nicht mehr ganz taufrisch; immerhin liegen die 14. Medientage auch schon wieder einige Zeit zurück. Aber solange sich die Schwaden der Selbstbeweihräucherung noch nicht verzogen haben, “gilt” es noch.

Noch einmal zugegeben: ich war nicht dort und kann mich daher nur auf die ausuferführliche Berichterstattung im “horizont” (Nr. 40) beziehen. Aber das reicht (mir). Eine über weite Strecken mühsame, an Nährwert arme Lektüre, die den intellektuellen Hunger nicht stillt.

Im positiven Sinne bemerkenswert erinnere ich nur die Eröffnungsrede von Hans-Jörgen Manstein, der seiner Branche elegant, aber eindringlich die Leviten liest. Hätte sie zugehört und die beinahe schon ätzenden Anmerkungen zum Klimawandel im Medienbusiness - einer, der mit einem unheilvollen Tiefdruckgebiet journalistischer Qualität daher kommt - auf sich bezogen, hätten ihre VertreterInnen sofort einpacken und nach Hause gehen müssen, um ihre lange vernachlässigten Hausaufgaben zu machen.

(more…)


blogoscoop