ein future bytes weblog

virtual bites

"Keine Angst, er beißt nicht." (aus: Berühmte letzte Worte)

Archiv des Tags ‘printmedien’

Papiertiger

Sonntag, den 30. September 2007

In seinem Editorial in der Ausgabe 39 des horizont riskiert Maximilian Mondel unter Zuhilfenahme des Schlachtrufes “Lang lebe die Tageszeitung!” die Prophezeiung, dass es auch im Jahr 2043 die “gute alte Zeitung”, also jene auf Papier gedruckte, geben werde. Man könnte auch sagen, er hat sich in die Gruppe der journalistischen “Pfeifer im Walde” eingereiht.

Mondel bringt gegen die Hypothese des US-Prof. Philips Meyer (”The Vanishing Newspaper”, 2004), dass es 2043 keine gedruckten Tageszeitungen mehr geben werde, ein Argument ins Spiel, das den Diskurs über die Zukunft des Journalismus und der Medien auf ein erbärmliches Abstellgleis dirigiert: die Haptik.

(more…)

Nervöse Zuckungen

Donnerstag, den 13. September 2007

Als Mensch, der seine Nase den größten Teil des Tages im Internet und seinen zahllosen Informationsquellen stecken hat, habe ich inzwischen ein reichlich distanziertes Verhältnis zu Printmedien (“print is where words go to die” / Jeff Jarvis). Print ist mir - von Büchern abgesehen - für meine Rezeptionsgewohnheiten und -anforderungen schlicht zu langsam und “unhandlich”.

Die Entfremdung wird allerdings noch größer, wenn Verlage meinen, mich auf unsinnige Weise belästigen zu müssen, wie etwa bis zur Mitte dieser Woche bereits zweimal geschehen. Zum einen versucht mir der Report Verlag ein angebliches Abo für ein Magazin (Report plus) zu verrechnen, das ich nie im Leben abgeschlossen habe und nicht einmal im Traum abschließen würde. Zum anderen möchte mich der Wirtschaftsnachrichten Zeitschriften-Verlag mit kostenlosen Exemplaren der Wirtschaftsnachrichten Donauraum beglücken, auf dass ich diese weiter verteile.

Im ersten Fall gehe ich bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass es sich um einen Irrtum in der Verlags-Buchhaltung handelt; für die zweite Causa habe ich nur ein “Sorry” übrig: Sucht euch einen passenderen Kolporteur.

Ich will nicht unterstellen, dass es sich bei diesen Vorgangsweisen - die ich eigentlich ausgestorben wähnte - um nervöse Zuckungen von Verlagen handelt, die sich einer rauer werdenden ökonomischen Umwelt ausgesetzt sehen. Aber wenn ich mit weiteren dieser eigentümlichen Praktiken konfrontiert werde, bekomme ich nervöse Zuckungen.


blogoscoop