Web 2.0 aus Werbesicht
Donnerstag, den 1. März 2007Fischmarkt.de, das Weblog aus dem Hause SinnerSchrader (die ja eigentlich auch nicht als Griesnockerl-U-Boot in der Brennsuppe tümpeln), freut sich, dass Web 2.0 jetzt auch in Österreich angekommen sei. Als Indiz dafür gilt der Autorin Carmen Ullrich-Nolte der jüngst erschienene Werbeplanung Guide 2007 (PDF, 100 Seiten, 8MB).
Jetzt habe ich, zugegeben, nicht alle 100 der (übrigens alles andere als barrierefreien) prall gefüllten Seiten studiert mit heißem Bemüh’n, aber weder Inhaltsverzeichnis noch Editorial noch selektive Angelversuche in einigen Artikeln haben auch nur den Hauch eines Hinweises gebracht, dass Web 2.0 ein ernsthaftes Thema für die Werbebranche(AT) wäre. Es sei denn, man versteht darunter – und das sind nun aber wirklich keine frischen Fische mehr, sondern eher Lachsforelle 0.9 – E-Mail-, Suchmaschinen- und Affiliate-Marketing.
Keine Rede von Weblogs, Social Media, Social Networks oder gar – ich wage es kaum, das Wort zu schreiben – virtuellen Welten wie Second Life. Von den paradigmatisch geänderten Beziehungen der Akteure im Web 2.0 ganz zu schweigen. Zwar prangt da, ganz stolzgeschwellte Brust, ein Zitat von Umberto Eco auf der Seite 2, aber verstanden haben sie es halt leider noch nicht. Ist aber auch hundig, diese Dialektik.
Ich frage mich aber auch, wo die Fischmarktfahrer das Web 2.0 im Guide oder generell in der österreichischen Werbeszene entdeckt haben wollen. (Zweck dienliche Hinweise bitte in den Kommentar
. Gegen die Marketer und Werber sind die PR-ler ja richtiggehende Web-2.0-Avantgardisten.
